quat,
das / der
;
-tes/–
;
zu
mnd.
quat
›Böses; Unflat; Dreck‹
(f.),
mnl.
quaet
();
vgl.
1
.
›Schmutz, Unrat‹; im Einzelnen auch: ›Dreck, Morast‹; ›Kot, Dung, Mist‹; ›Eiter‹; ütr.: ›Böses, Übel, Unheil‹; auch: ›Sünde‹; zu (Adj.);
vgl.
1
1; 2.
Beleghäufung für das Md. und Nobd.
Phraseme:
jm. etw. zu quate gehen
›etw. jm. zum Unheil gereichen‹.
Bedeutungsverwandte:
4, 1; 2; vgl. (
das
) 1,
1
1, 2, 2,
2
3, 1, 1, 4.
Gegensätze:
1
(
das
) 10.
Syntagmen:
q. ausnemen / essen / finden, jm. q. bringen / geben, die natur den q. austreiben
;
j. ane q. sein, im q. harren, jn. in das q. stossen / werfen, j. im q. (der schande) liegen / rangen, etw. mit q. vermischen, auf die gasse schütten, der mund vor q. stinken
;
das q. der ewigen verdamnis
.
Wortbildungen:
quatfar
›düster, dunkel‹ (dazu bdv.: ).

Belegblock:

Schade, Sat. u. Pasqu. (o. O. o. J.):
Euer mortbrennische that | Wem bringet sie das meiste quat?
Ebd. (
wmd.
1521
):
wie ir
[
radices
›Graswurzeln‹]
hart in der erden und quöt, also hangen ir iez auch an einem kleinen behilf.
Eis, Albrants Roßarzneib.
144, 30
(
preuß.
,
2. H. 15. Jh.
):
so saltu
[eine eiternde Wunde]
weder uff sneyden von newes und rewmen das und den quot außnemen.
Luther, WA (
1520
/
1
):
Und also meyn ich, Bocks Emßer trawm von tzweyerley priesterschafft lige ym sand und quatt.
J. W. von Cube. Hortus
77, 23
(
Mainz
1485
):
Das gumme [...] fast styncket so man eyn rauch do von machet oder daz vermischet ist mit holtz steyn erden oder ander qwat.
Köbler, Ref. Wormbs
296, 20
(
Worms
1499
):
verbieten wir strenglich das niemant [...] keinerley entheltnus als kubel kachelen Hafen oder derglychen mit quat [...] vff die Gassen schütte.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
Also daz Got hy gutlich tut | Den gerechten und gibt in gut | Und gibt dem ungerechten quat.
Neumann, Rothe. Keuschh.
2809
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
wer aber wil rangen in deme quate, | der wirt dar van beschissen drate.
Ebd.
3474
:
ess ist gar ein snede gebet zu gote | wanne der mund stincket vor quate | van obergem trancke unnd spise.
Thiele, Chron. Stolle (
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Wy eyn bettel wip sente elsebeten in den quad styss
(Kapitelüberschrift).
Strauss, A. v. Villanova dt.
153r, 23
(
obd.
, Hs.
1421
):
[die Melancholiker] sint schalckhaftig vnd zagen vnd sint quatfar, daz ist sj sint vinster an irme antlitz vnd vngeschaffen swartz an allem leibe.
Gille u. a., M. Beheim
286, 61
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Eva was an alles quat, | ee sy zerbrach gates gebat.
Weitz, Albich v. Prag
167, 6
(Hs. ˹
nobd.
,
2. H. 16. Jh.
˺):
do methe vorderbt vnd kranket (er) sich myt den clisteria, do noch dy natura nicht aws treiben den qwat et cetra aws dem magen.
Eis, Gesundheitsl.
132, 9
(
oobd.
,
1520
/
30
):
[Sawr ampfer] ist gut den, die lust haben, erden oder quat zu essen vnd andre grausame dingk.
Thiele, Minner. II,
23, 233
;
Mone, Adt. Schausp. ;
Thiele, Chron. Stolle ;
Stackmann u. a., Frauenlob
11, 9, 9
.
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 95
.