pafese,
pavese
(ersteres häufiger),
die
;
–/-n
;
zu
mhd.
pavese
(), dies aus
ital.
pavese
›aus Pavia‹
().
1.
›Setzschild, großer Schild mit langer eiserner Spitze, mit der er in die Erde geschlagen wurde‹; das Glossar von
Zingerle
(s. u.) unterscheidet zwei Typen, „die grossen Setzschilde mit der charakteristischen, an der Standseite weiter vorspringenden Ausbauchung oder die kleinen, meist viereckigen und ebenfalls ausgebauchten Handschilde“; Pavesen konnten übersilbert und vergoldet sowie mit Malereien versehen sein.
Bedeutungsverwandte:
3; 4, 1.

Belegblock:

Ziesemer, Marienb. Ämterb.
159, 33
(
preuß.
,
1448
):
item gancz geczuwg zcu czuwen rosz, item 8 rintharczschen, item 43 pafoiszen, item 10 stug spisz.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1449
/
50
):
2 wegen mit 120 pafesen, halb geedert und halb von pretern gemacht.
so sol man die wegen meren mit pulver, hauspfeilen, feurpfeilen, feurkugeln, pavesen, maurhacken, laitern, hawen, schaufeln und exte und püchsenstain.
Wiessner, Wittenw. Ring.
9598
(
ohalem.
,
1400
/
08
):
[Triefnas] hiet den seinen geren vol | Gesamlet an dem morgen fruo | Und ein pavesen auch dar zuo: | Die schirmpt in vor den gschossen gar.
Zingerle, Inventare (
tir.
,
1479
):
mer ligẹn im turẹn xii pafesẹn.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
wen ein kind erst geborn ist worden, haben si’s auf ein pafesen gelegt und von stundan also in den Rein [...] tragen.
Darumb ward Fabius zuegenambt ‘cunctator’ [...] und der schild und pafesen des römischen reichs.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
62, 31
;
118, 33
;
358, 29
;
359, 28
;
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
109, 21
;
Zingerle, a. a. O. ;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. ;
Voc. inc. teut.
s iijr
;
Öst. Wb.
2, 84
.
2.
eine Beerenart; Ütr. zu 1 nach der schildähnlichen Form der Beere.

Belegblock:

Schöpf
518
(
15. Jh.
).
3.
›Semmelschnitte, Brotschnitte‹; Ütr. zu 1.

Belegblock:

Schmeller/F.
1, 383
;
Öst. Wb.
2, 84
.
4.
in Ütr. von 1 oder 3 auch für die weiblichen Geschlechtsteile gebraucht.

Belegblock:

Lichtenstein, Lindener. Katzip.
90
(o. O.
1558
):
Hernach würfft sie die klayder uber den arsch, unnd gugkt die paföse zwischen den beynen herfür.