oster,
Adv.,
vereinzelt
Adj.,
auch mit epithetischem
-t
:
ostert
(dies teils reimbedingt).
›nach Osten hin, von Osten her, östlich gelegen‹.
Phraseme:
jn. hinter ostern setzen
›jn. ins Gefängnis setzen‹ (vom Motiv her auf ein östlich eines Bezugspunktes gelegenes Gefängnis bezogen; volksetymologisch scherzhaft mit
ostern
in Verbindung gebracht; so ; a. 1613 f.); zu 1.
Bedeutungsverwandte:
, ; vgl. , .
Wortbildungen:
2
oster
›Osten‹,
osterfas
›Maßeinheit für österreichischen Wein‹,
ostergewan
,
ostergoten
,
osterich
›östlich gelegen‹,
osterlang(s)
,
osterlich
›östlich gelegen‹ (in einem literarischen Spiel mit
österlich
auch als ehrendes Adjektiv gebraucht),
osterling
›im Osten Wohnender‹,
osterluft
›Ostwind‹ (a. 1512; dazu bdv.: ),
ostermer
(dazu ggs.: ),
osterse
(Flurname),
osterwert
eine Rheininsel östlich vom Betrachterstandpunkt (oberhalb Deutz; Gw zu mhd.
wert
›Insel‹; ).

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Sus wirt gende sine [tuvel, wark] gewalt | Nach dem die werlt ist gestalt, | Ostert, westert, sudert, nordert.
Drie porten waren nordert | Eben uz gesundert, | Ostert, westert, sundert | Drie porten hete ir ieslich.
Ziesemer, Proph. Cranc Joel
2, 20
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
und wil en
[jn.
von deme norden
]
uztriben in ein lant ane wec und wuste, sin antlitze kegen dem ostimer
[
Mentel
1466:
mere des auffgangs
; nd. Bibel 1478:
osten mer
;
Wormser Proph.
1527:
gegen dem morgenländischen meer
;
Eck
1537:
gegen dem meer von Orient
;
Luther
1545:
gegen morgen
]
und sin letztis zu dem westirmer.
Ebd. Sach.
14, 8
:
in dem tage werdin uzgeen von Jherusalem lebende wazzere, ire helfte zu dem ostermere
[
Mentel
1466:
aufgenglichen mere
; Var. 1483-1518:
mer des aufgangs
; nd. Bibel 1478:
to der vtersten see
;
Froschauer
1531:
Morgenlendischen meer
;
Eck
1537:
gegen aufgang
;
Luther
1545:
gegen Morgen
]
unde ire helfte zu dem westenmere.
Buch Weinsb. (
rib.
,
1582
):
ein ort richzsdalers, wilches von allen reten und veirundveirzigen bewilligt was, zum bau des groissen heubts bis uff das Oisterwert.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
2538
(
Köln
1476
):
Waren dye oesterlychsche steed, | Quamen dem keyser thulpen meed.
Weingart u. a., Seelb. Rhodt
166, 21
(
pfälz.
,
1487
):
eyn vierteil wiesen fur dem bosch so man nent im hinder wegk gelegen osterlangs obersijt Hans Vnrugen witfrauw.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
Groz, rich was er [Job] by dingen | Under allen osterlingen, | Di mit richtum und mit witzen | Dort in dem osten sitzen.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
53, 19
(
schles.
,
1327
, Hs. [
1358
]):
des gastis welsh vas gibt einin virdunk, des gastis ostir vas vire scoth, des gastis gubinish vas czwey scoth.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
Sant Peter der zwelfbotte, [...], besas den priesterlichen stuͦl in den ostern landen, das ist zuͦ Jerusalem.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
Dorumb nu viel das oͤsterich
[Var. 1475
1
:
oͤsterlich
; nd. Bibel 1478:
des ersten
;
Luther
1545, 1. Chron. 26, 14:
gegen Morgen
]
loß selemie.
Menge, Laufenb. Reg.
5125
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
vil warmer winde git | Von oster vnd ouch subsolan.
Seemüller, Chron. 95 Herrsch. (
oobd.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Ayn osterleich zir sein Albrecht, Leopold, Fridreich und Ruedolf: wy wol annder namen auch gecziert habent Osterreich, doch ist Osterreich allermaist von den vier namen geziert.
Auer, Stadtr. München (
moobd.
,
n. 1347
):
daz die underchauffel nicht mer sullen nemen ze lon, dann [...] von dem Ostervaz vi dn.
Leidinger, V. Arnpeck (
moobd.
,
v. 1495
):
hunz di auslendigen volker, als di Ostergoten, Longabardi, die Römer anvechten wurden.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
174, 34
(
moobd.
,
1518
):
dient man uns jährlich woll 40 oder funftzig mut getraid ostermass.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
dan, ,wester‘ teutsch ist nidergang, ,oster‘ aufgang, daraus die Lateiner [...] Vestria und Austria machen, die Französischen, so weder recht latein noch teutsch verstên und künnen, Neustria und Austrasia.
Weingart u. a., a. a. O.
3, 14
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß .