notsache,
die
;
–/-n
.
1.
›rechtsrelevanter Verhinderungsgrund für ein Pflichtversäumnis‹; zu (
die
) 4, (
die
) 4.
Nur wmd. Belege.
Phraseme:
notsache beneme jm. etwas
›es sei denn,
notsache
hindere ihn an etw.‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (
die
) 2.
Syntagmen:
die n. mit dem eide begreifen
;
die n
. (Subj.)
etw. gebieten, jm. etw. benemen
;
von notsachen aus der stat faren
.

Belegblock:

Loesch, Kölner Zunfturk. (
rib.
,
1397
):
sowilch van den broideren dis vurs. amptz [...] dat versuimpden, id en beneme eme dan kenlige noitsachen, die hei begriffe mit sime eide ind sinre bescheidenheit, die sall einen wijssenpennink zo boissen gelden.
Ebd. (
1468
):
were sache, dat einicher van uns, so vurs. steit, niet komen kunde, und noitsache ieme sulchs beneme, der [...].
Chron. Mainz (
rhfrk.
,
15. Jh.
):
also schreip Johan Noßbaum dem rade, daz er von siner notsachen uß der stad gefarn wer.
Rwb (mit dichter Belegung für das Nd.).
2.
›dringende geistliche Angelegenheit; geistliche Notsituation; religiöse Verzweiflung‹; vgl. (
die
) 6, (
die
) 9.
Syntagmen:
das sacrament in notsachen geben, in notsachen zu jm. zuflucht nemen
.
Wortbildungen:
notsächlich
›Glaubensangelegenheiten betreffend‹.

Belegblock:

Luther, WA (
1529
):
ein nuͤtzlich buchlin ist, das [...] von der rechten notsachen und heubtstuͤcke handelt, welche die Schwermergeister und tollen heiligen schier gar vertunckelt haben.
Franz u. a., Qu. hess. Ref.
4, 249, 19
(
hess.
,
1538
):
fordert die noitsacheliche noit auch, das glichwie man den erschlagenen [...] herzen vergebung und erledigung der sund durch den glauben [...] lehret, das man also auch [...].
Reichert, Gesamtausl. Messe
6, 28
(
Nürnb.
um 1480
):
Wer auch eym priester verbotten, die sacrament andernn leuten zu geben, und gebe sie doch in noet sachen an solemnitet, er wirt darumb nicht irregularis.
Ruh, Bonaventura
356, 21
(
rhein.
,
um 1480
):
zuͦ dem [milter man] du in allen dinen notsachen ein zuͦ fluͦcht vnd trost haben macht.
3.
s. (
die
) 9.