nothalb,
auch
nothalben,
Adv.
›aus einem je eigenen Zusammenhang heraus, aus Gründen der Sachlogik, aus einer religiösen Glaubenswelt heraus, notgedrungen‹; vgl. (
die
) 9.
Seit dem mittleren Frnhd.

Belegblock:

Müller, Faustb.
928, 11
(
Frankf.
1587
):
D. Faustus aber gieng in den Fahrweg / daß jn also der Bauwer nothhalben ansprechen muste.
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
v. 1496
):
Der sun geschaffen noch gemacht, | Sunder von Got vater geporen ymer; | Not halb vom geist sey offenbare, | Geporen noch geschaffen auch nit ist von icht.
v. Keller, Ayrer. Dramen (
Nürnb.
1610
/
8
):
So muß nothalb mein Frau wol schweign | Wenn ich nicht bey jhr bin zu Hauß.
Ruh, Bonaventura
310, 5
(
Basel
1507
):
Dise ding sind ouch so gar gewiß, daz von dem, der das wesen verstatt, nit mag gedacht werden, daz solichs anders sye, vnd der eyns git das ander nothalben.
Tobler, Schilling. Bern. Chron. (
whalem.
,
1484
):
so muͤstent si [frowen] sich nothalb mit den swenzen an iren cleidern uszeichnen, damit man si vor andern erkennen [...] moͤcht.
Reithmeier, B. v. Chiemsee (
München
1528
):
Jacobus setzt, der glawb sey eitel vnd tod on guote werch die aus lieb nothalben dem glawb nachuolgen.
Nachdem aber menschlicher leib zeitlich stirbt, darumb mues er nothalben ersteen vnd seinem geist widerumb zuoegefuegt werden.