norm,
›innerer Plan, ästhetisches, moralisches Muster, Gesetz, Maßstab‹, jeweils als Seins- und Gestaltungsrahmen gedacht, der einer hohen, oft religiös begründeten Bezugsidentität zugrunde liegt; mehrfach mit gen. explicativus oder mit bedeutungsbestimmendem Adjektivattribut verbunden.
Im mittleren Frnhd. auslaufend; Verstexte (vgl. das gegenteilige Bild bei
Schulz/Basler
: „erst seit dem 17. Jh. zahlreicher bezeugt“; Neuentlehnung?).2, 1942, 212
Belegblock:
got heiliger geist sî [crêatûren] normit | in der nâtûren grûte.
Ein art die prüve ich tiure | nach sinnes richer witze spehen, | die normelosen vremdet.
Der selben varbe norme | Beluchten dich mit allem fliße.
Ebd.
3350
: Ob an ir [truͤtel
, s.
träutel]
sy der mynnen norme | An varb, an libe, an hore! Dor inn
[in des
leibs junckprunne]
die ewig sunne, | Der her Cristus, | An sich nam menschlich forme | Wider naturen norme. min sin der waz verirret | in wuͦnderlicher norme, | in der sorgen forme | waz ich gar gedruͤcket.
Des vint man in der schriffte norm | Ain schoͤn figur und och ain form.
Vast Vngereypt vnd mißfaͤllig / Ein norraͤchtig ding / vnd wider sich selbs.
Hilff [Geometry] mir nauch kunstes normen | Den Tempel zirkelmaussen.
Ave, grüest pist, magtleich forme, | der gothait erfolte norme.