norm,
die
;
–/-e
;
aus
lat.
nōrma
›Richtschnur‹
(
Georges
2, 1188
).
›innerer Plan, ästhetisches, moralisches Muster, Gesetz, Maßstab‹, jeweils als Seins- und Gestaltungsrahmen gedacht, der einer hohen, oft religiös begründeten Bezugsidentität zugrunde liegt; mehrfach mit gen. explicativus oder mit bedeutungsbestimmendem Adjektivattribut verbunden.
Im mittleren Frnhd. auslaufend; Verstexte (vgl. das gegenteilige Bild bei
Schulz/Basler
2, 1942, 212
: „erst seit dem 17. Jh. zahlreicher bezeugt“; Neuentlehnung?).
Bedeutungsverwandte:
, , (
die
) 1,
2
, 3; 4; 5, 1, 2.
Wortbildungen:
normelos
,
normen
(dazu bdv.: 2; 5, ).

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. (
preuß.
,
um 1330
/
40
):
got heiliger geist sî [crêatûren] normit | in der nâtûren grûte.
Stackmann u. a., Frauenlob
7, 17, 3
(Hs. ˹
md.
auf
nd.
Grundl.,
v. M. 14. Jh.
˺):
Ein art die prüve ich tiure | nach sinnes richer witze spehen, | die normelosen vremdet.
Pyritz, Minneburg
2416
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Der selben varbe norme | Beluchten dich mit allem fliße.
Ebd.
3350
:
Ob an ir [truͤtel
, s.
träutel
]
sy der mynnen norme | An varb, an libe, an hore!
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
v. 1496
):
Dor inn
[in des
leibs junckprunne
]
die ewig sunne, | Der her Cristus, | An sich nam menschlich forme | Wider naturen norme.
Matthaei, Minner. I, (Hs.
15. Jh.
):
min sin der waz verirret | in wuͦnderlicher norme, | in der sorgen forme | waz ich gar gedruͤcket.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
1733
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Des vint man in der schriffte norm | Ain schoͤn figur und och ain form.
Maaler (
Zürich
1561
):
Vast Vngereypt vnd mißfaͤllig / Ein norraͤchtig ding / vnd wider sich selbs.
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel
42
(
schwäb.
,
1455
):
Hilff [Geometry] mir nauch kunstes normen | Den Tempel zirkelmaussen.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
5, 2
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
Ave, grüest pist, magtleich forme, | der gothait erfolte norme.
Pyritz, a. a. O.
1269
;