nordwind,
der
;
-es/-e
;
auch
nordenwind,
dies zum Teil getrennt geschrieben, so daß es auch als
Adj.
norden
›von Norden her wehend‹ lesbar ist.
›als unangenehm kalt und scharf wahrgenommener, von Norden her wehender Wind‹; als Metonymie: ›Norden‹ (als Richtung);
vgl. 1; 2.
Syntagmen:
den n. einen felsenstürmer / wolkentreiber nennen
;
der n. aufstehen / hinfaren (sere / stärklich) wehen
;
der fisch kül als der n. sein
;
gegen dem n. x messeror messen, die hochfart vom n. verstieben
;
der saure / scharfe / starke / ungestüme n
.;
das angesicht des nordwindes
;
das gestirn gegen nordwind
.
Wortbildungen:
nordenkräftig
(als Klammerform auffaßbar).

Belegblock:

Kochendörffer, Tilo v. Kulm (
preuß.
,
1331
):
Sust verstubet, als ein blat | Von scharfen norden winde, | Hochvart und ir gesinde.
Ziesemer, Proph. Cranc Hes.
42, 17
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
ja maz er [...] kegin dem nordinwinde vumfhundirt messeror alumme.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
die bluomen sint diu vruht des êwigen lebens. ,Var hine, nordwint‘, der dâ derret!
Beckers, Bauernpr.
58, 26
(
Köln
1515
/
8
):
Syn die wolcken drune
[Lesung unklar]
vñ swartz des morgens vroe. so wyrt starcker nortwynt.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
Daz von dannen wehen swinde | Di suren norden winde.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
51, 7
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Do abir der nordin wint begunde czu ween sere unde sterklich, do [...].
Opitz. Poeterey
26, 13
(
Breslau
1624
):
[wenn ich ... nenne] den Nortwind einen wolckentreiber / einen felssen stuͤrmer vnd meer auffreitzer.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
Der ander [jeremia] fúgt zuͦ samen sein alphabeth vnd sein schrift vnd redt von der nußgerten vnd von dem angezúnten hafen vnd von dem angesicht des nortwindes.
Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
stand uf, nortwint, und kunt, osterwind, und durch waͤgent minen garten, so werdent fliessen min pigmenten!
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
der [visch] ist kalt und ist nordenkreftich, alsô daz er küel ist sam der nordenwint.
Fischer, Brun v. Schoneb. ;
Strauch, Par. anime int.
131, 15
;
Schmitt, Ordo rerum
20, 23
;
29, 23
;
Voc. Teut.-Lat.
r iiijv
;
x vjr
;