nochdanne,
Adv.
(1; 2, teils auch 3),
Konj.
(teils 3).
1.
›seit langem, bis heute, bis jetzt, noch heute / jetzt; immer noch; nach einem Zeitpunkt noch eine Weile‹; vgl. (Adv.) 1,
1
1.
Syntagmen:
j. n
. [wo]
sein / bleiben, feinde haben, der schrift nicht wissen, genug der feinde haben, der wein n
. [wo]
liegen, die stat n. an eine herschaft hören, der krieg n. kein ende haben
.

Belegblock:

Herborn u. a., Rechn. Jülich
55, 28
(
rib.
/
snfrk.
,
1398
/
9
):
mijn lieve he(r) qua(m) wederomb zu Cast(er) [...] ind bleiff doe nocht(ant) aldae bis des sondaigs.
Ebd.
78, 6
:
omb der wijne wille, die dae bave(n) nochtant lage(n) inden kelterhusse(n).
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
aber nochdenne, so man in disem nihte sich also verlorn hat, so wúrkent die krefte daz, daz ir ursprung ist.
Bernoulli, Basler Chron. (
alem.
,
1446
):
also zugend sú wider hein [...]. nochtende hat der krieg kein ende.
UB Zug
854, 11
(
halem.
,
1441
):
bÿ den ziten, do die stat und daz ampt nochten an ein herschaft von Oesterich hoͤrt.
Dierauer, Chron. Zürich
15, 14
(
halem.
,
1415
/
20
):
Die lút warent nochdenn heiden in der statt Turegum.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Joh. ;
Bihlmeyer, a. a. O. ;
Dierauer, a. a. O.
132, 29
;
Kottinger, Ruffs Etter Heini V. .
2.
s. (Adv.) 3.
3.
›trotz eines gegenläufigen Inhalts, trotzdem, dennoch, gleichwohl‹; vgl. (Adv.) 7.
Syntagmen:
hauptsatzeinleitend sowie im Satzinneren gebraucht.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
swie kleinlîchen daz [ouge] in sich ziehe und abespalte daz grobeste, nochdenne rimet ez etwaz von ûzen.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
dar ober so hat noch ein vicarius nochdant gnuch zu bescheidenheit.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
3011
(
rib.
,
1444
):
We wale dat yr sijt myne vrundynne, | So en wille ich des neit laissen nochtan.
Chron. Köln, Koelhoff
2v, 6
(
Köln
1499
):
dye gesetze synt regulen Vnd wege͂ off lere wye man sall leuen. mer nochtant wyrt niet dair nae geleuet.
Dierauer, Chron. Zürich
31, 13
(
halem.
,
1415
/
20
):
do er dis here alles gesamnot, nochten hat der kúng von Behem als vil lútes, das [...].
UB Zug
2, 6
(
halem.
,
1352
):
do sturmte man an die statt als lang, unz das man die statt uf gab [...]. Nochten was man dri tag vor der statt.
Pfaff, Tristrant (
Augsb.
1498
):
wie wol kein ersattunge noch begnuͤgen do sein mocht, noch dann namen sy die zeit daran.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
und wiewol er heftig für solche gefengknus gebetten, nochdann hats in herr Wörnher nit erlassen.
v. Maren, Marquard. Ausgabe
14, 12
(
Venedig
1483
):
wie mit großen vorchten der mensch sol alle seine werck tuͦn die noch dann nicht sein wider die gebot.
Erben, Omd. Chrestomathie
104, 15
;
Quint, Md. Karl u. Eleg.
104, 15
;
Matthaei, Minner. I, ;
Strauch, Schürebrand ;
Bernoulli, Basler Chron. ;
Rieder, St. Georg. Pred. ;
UB Zug
758, 10, 4
;
Barack, a. a. O. ;