niedlich,
Adj.;
zu
mhd.
niet
›desiderium‹
(; Ansatz von
nied-
nach nd./omd. Lautstand).
›begehrenswert, reizend, Lust erweckend, angenehm‹ (von Personen und Sachen gesagt).
Nrddt. / omd.; Bibeltexte.
Bedeutungsverwandte:
1; 2, , 3, 2, 1; 2.
Wortbildungen:
niedlichkeit
(a. 1558).

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc. Joel
2, 26
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
er wirt ezzen nitlichen
[
Eck
1537:
essend
;
Luther
1545:
gnug
]
und wirt gesetet und lobin den namen uwers gotis.
Ebd. Proph. Cranc Dan.
10, 3
:
in den tagen trurte ich Danyel drier wochen tage. nyetlich
[
Mentel
1466:
begirlich
;
Froschauer
1530:
geliebt vnd lustig
;
Dietenberger
1534:
lüstig
;
Eck
1537:
begierlich
;
Luther
1545, s. u.]
brot az ich nicht.
Volkmar (
Danzig
1596
):
Pulchellus, gar nitlich / fein.
Luther, WA (
1530
):
es ist gute muntz, kostlich rot gold und rein weis silber, niedlich, schon brod und guter susser wein.
Ders. Hl. Schrifft.
Dan. 10, 3
(
Wittenb.
1545
):
Jch ass keine niedliche speise / fleisch vnd wein kam in meinen mund nicht.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Glinstir wiz sint sie [Priestre] vil me | Wan des winteris der sne, | Nietlicher dan suze milch.
Nietlich was sie [Susanne] an zu sen, | Schone in rechter varwe.
Byland, Wortsch. Zürcher AT. .