masleide,
die
.
1.
›Appetitlosigkeit, Unlust, Ekel, Abneigung gegen die Einnahme von Speisen, auch von Getränken‹ (von Menschen und Haustieren gesagt); zu (
das
) 1, vgl.
1
3.
Wobd. / auch oobd.
Bedeutungsverwandte:
1; vgl. (substantiviert), .
Wortbildungen:
masleidig
1 (vom Magen gesagt, dazu bdv.: ; mit mixtura verborum von der Speise gesagt, dazu ggs.: ),
masleidigkeit
1 (dazu bdv.: ).

Belegblock:

Bremer, Voc. opt.
43066
(
wobd.
/
oobd.
,
15. Jh.
):
Fastidium masslaidin [...] masselaide [...] vnlust in essen vnd trincken [...] est ablacio appetitus in cibo et potu.
Vetter, Schw. zu Töß (Hs.
15. Jh.
):
darnach sprach er zuͦ ir:
'
Schwester Ita, essen?
'
do sprach sy: ,O her, ich han die masslaide, das ich nit gern iss.‘ Und do wolt ir únser her erzaigen das im danknem was [...], und lait ir ain wisses brot fúr, und do sy des brotes erst versuͦcht, do vergieng ir alle ir masslaide, die sy vor dik hat gehebt.
Maaler (
Zürich
1561
):
Maßleidig / Denen der magen entrichtet ist. Dissoluti stomachi. [...]. Maßleidigkeit (die) oder entrichtung deß magens. Dissolutio stomachi. Fastidium stomachi, Diuidia, Fastidium in cibis.
Ein maßleidigen oder meisterlosen magen haben / dem nichts schmoͤckt.
Maßleidige Speiß die man hasset.
Löffler, Columella/Österreicher (
schwäb.
,
1491
):
so ist nútzs gebachnen knobloch mit oͤll in die nasen zuͦ giessen [...]. Aber daz ist allain dienen die masß laidig sind.
Ertznyen fúr die masslaidi der spiß und den schelmigen tod. [...]. UNdertwilen schwachott das vich uss masslaidi der spis; des artzny ist das geschlaͤcht des sămens das ratten gehaissen wirtt.
der hiertt kum dann zuͦ hilff der masslaidi des vichs mit gegebnem saltz.
Von den spisen soͤllend die fogel nit essen; dann sy macht sy masslaidig.
Strauss, A. v. Villanova dt.
164v, 25
(
obd.
, Hs.
1421
):
Keyn mensche sol lazzen dyweyl er dye maßleyde hat.
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß .
2.
›allgemeine körperliche und psychische Unlust des Menschen, Überdruß, Interesselosigkeit‹; Generalisierung / Ütr. zu 1.
Bedeutungsverwandte:
, 3, 2, , ; vgl. (
die
; s. v.
1
1).
Wortbildungen:
masleiden
(V.),
masleidig
2 (dazu bdv.: 3, 2, , Adj., 2, unfrutig),
masleidigung
(dazu bdv.: , 3, , 2, , ).

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Piger. Träg faul läw schlefferig aßmerlich maßleidig vnfrutig.
PITRITIA: Tragkeit Faulkeit muͤssigkeit sorglose läwigkeit maßleidigkeit vnfrutigkeit.
Schwartzenbach (
Frankf.
1564
):
Abscheuung. Grauw. Grauwel. Vnlust. Vnwille. Verdruß. [...] Maßleidigkeit.
Vnwille. [...]. Vngefallen. Abschauwung. Grauw. Maßleidigung.
Wunderlich. Verdruͤssig. Vnwirsch. Vnlustig. Seltzam. Gremsig. Maßleidig.
Sudhoff, Paracelsus (
1528
):
welcher auch von den alten ist, den wird bald masleiden.
Maaler (
Zürich
1561
):
Maßleidig vnnd eins dings verdrossen. Pertæsus, Fastidiosus. Maßleidig seyn. Fastidire. Er ist zekriegen Maßleidig worden. Cepit eum tædium belli. Maßleidigkeit (die) oder entrichtung deß magens. [...]. Schwangere frauwen Maßleidigkeit. Malacia. Maßleidigkeit vertreyben. Fastidium purgare.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
die hat studenten und andere, die ir gefallen, einzogen und nach der haut gebraucht. So sie dann eins massledig worden, [...], so hat sie [...].
Fischer, Eunuchus d. Terenz (
Ulm
1486
):
wann er maßlaidy der leüt empfieng, oder has des gescheffts, oder wa er ruwen wolt, so berüeffet er mich ainigen.
Ebd. :
Maßlaidy. Das ist der herren und amptleüt von im gesetzt das ist wann in verdroß deß gemainen nutz zebedencken mit seinen raͤten von übriger mü. und er wolt ergetzlichait suͦchen und ruͦwen.
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß .