marmelstein,
auch
märmelstein,
mermelstein,
marmorstein,
der
;
–/-e
.
1.
›Marmor (als Material), Marmorstein (als Rohstoff für Bauwerke)‹;
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
aus m. kalk machen, j. aus m. sein
›kalt sein wie Marmorgestein‹,
etw. auf m
. ›Marmor als Malgrund‹
malen, etw. aus m. bauen
(z. B.
einen palast
),
etw. in m. stechen, etw. mit m. bauen
(z. B.
einen tempel
)
/ machen
(z. B.
einen kasten / palast
);
das bild, der tisch von m. (sein)
;
der gefierte / graue / kostbare / lautere / reine / rote / weisse m
.
Wortbildungen:
marmelsteinhauer
.

Belegblock:

Voc. inc. teut.
p vjv
(
Speyer
um 1483
/
4
):
Marmelstein marmor.
Quint, Md. Karl u. Eleg.
1106
(Hs. ˹
thür.
,
n. 1455
˺):
ein palast, | Dz korczlich gemacht wz | Von clare͂ mermel-stein.
Mylius (
Görlitz
1577
):
Marmor Mermelstein.
Rupprich, Dürer (
nobd.
,
1521
):
Jch hab den guten marmelstain hauer, maister Jan, [...] – mit der schwarczen kraiden conterfet.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1631
):
Wann du [Suͤnder] schon werst auß Marmelstein, | Es solt dich doch erbarmen.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
181
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
diser maͤgti geburt glichnen ich schon | Dem tempel den Salomon | Gebuwen haut mit marmel stain.
Pfeiffer-Belli, Murner im Glaubensk.
2, 7, 18
(
Luzern
1526
):
Du [Zwingly] schreibst in stoub das lesteren dein | So stechendt wirs in marmelstein.
Dreckmann, H. Mair. Troja
37, 5
(
oschwäb.
,
1393
):
die mur umb die stat waz zwai hundert dum elen hoch, alz mit gefiertem marmelstain.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
2800
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Auff wassergrawen marmorstain, darauf H. V. A. ein [...] ungewitter mit plitz und schiffbruch gemalt.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
108, 3
;
Kehrein, a. a. O. ;
Koppitz, Trojanerkr. ;
Bauer u. a., a. a. O. v. 
1866
;
Rot
327
;
Vgl. ferner s. v. 1.
2.
›einzelner Stein, Steinblock aus Marmor; Behälter, Gerät (z. B. Messer) aus Marmor‹.
Syntagmen:
den m. brechen
›zerbrechen‹
/ erlauchen
›verrücken‹
/ treffen
;
js. (der frauen) beine als marmelsteine geschaffen sein
;
auf einen m. etw. malen, jn. in einen m. begraben, das bad / grab in einen m. bereiten, jn. in einen m
. ›in eine Marmorsäule‹
verkeren, das bad mit marmelsteinen einlegen, einen plaz mit marmelsteinen besetzen
;
der ägyptische / enge / gleichmässige / grosse / köstliche / schöne / weisse / weite / zerstossene m.
;
des herzen m
.;
pflaster von marmelsteinen
.

Belegblock:

Fischer, Brun v. Schoneb. (
md.
, Hs.
um 1400
):
ouch sint geschaffen vrouwe reine | dine beine also mermelsteine.
Karnein, Salm. u. Morolf
776, 6
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
ein bat hieß er bereiten | in einen schonen marmelstein.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mk. (
osächs.
,
1343
):
ein wîp die [...] brach den mermelstein
[
Emser
1527 / /
Eck
1537:
buͤchs
o. ä.;
Luther
1545:
glas
]
und gôz si [salbe] ûz ûf sîn houbit.
Pyritz, Minneburg
2013
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Ich mochte baz derluchen | Einen großen marmelstein | Mit einem syden vadem clein | Wann ir gnade erwerben.
Sachs (
Nürnb.
1556
):
Die
[Ägypter]
schneyden auff die seyten sein
[des Toten]
| Mit eym egyptischen merbelstein.
Ebd. (
1562
):
Ich wurd stumb, redt kein wort hernach, | Wurd verkehrt in ein märbelstein.
Maaler (
Zürich
1561
):
Pflaster von zerstoßnen Marmelsteinen.
Morrall, Mandev. Reiseb.
55, 10
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
der platz ist schoͤn besetzt mit wissen marmelstainen.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin (
schwäb.
,
1471
):
mein aller schönstes weib, | Mein stätten dienst also beschreib | In deines hertzen marmelstain.
Rauwolf. Raiß
29, 18
([
Lauingen
]
1582
):
Dise jre Baͤder [...] haben nahe beym eingang ain schoͤnen Sal / der [...] mit Marmelstainen von mancherlay farben künstlich eingelegt.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Nachdem berayt man das grab in ainem kostlichen marmelstain mit schoner zier.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
2801
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein ander gleichmessiger marmelstain darauf H. V. A. ein höll. zauberey und hexenwerckh gemalt.
Wunderlich, Fierrabr.
121, 2
;
v. Tscharner, Md. Marco Polo
7, 17
;
Mayer, Folz. Meisterl. ;
Kurrelmeyer, Dt. Bibel .