marmel,
marmor,
der
;
-s/–
;
erstere Form deutlich häufiger, teils mit Uml.; starke Schreibvariation (auch durch
-rm-
zu );
über
mhd.
marmel
aus
lat.
marmor
().
›Marmor (als Gesteinsmaterial)‹; auch: ›einzelner Marmorstein‹; in den Belegen kaum neutral gebraucht, meist mit Hochwertung für religiös oder herrschaftlich Erhabenes, auch abwertend für äußeren Glanz.
Zur Sache:
Lex. d. Mal.
6, 316
.
Syntagmen:
m. brechin, den m. auf den grad
(zum Glauben)
legen
;
im m. salz sein, etw
. (z. B.
die gassen
)
mit m. pflastern, etw. mit m. bedekt sein, etw. von m. machen
;
der turn, von m. gemauert, das grab, von m. gehauen
;
der weisse / braune / veielvarbe / reine m
.;
der badkasten, die säule / stiege, das geschir von m
.
Wortbildungen:
marmelfar
,
marmelkirche
,
marmelsarg
,
marmelsäule
,
marmelspalt
,
marmorisch
,
marmorweis
.

Belegblock:

Luther, WA (
1530
):
Aber eine marmel kirchen bawen, gülden kleinot schencken, den todten steinen und holtz dienen, das gleisst.
Ders. Hl. Schrifft.
Tob. 13, 21
(
Wittenb.
1545
):
MJt weissem vnd reinem Marmor / werden alle jre Gassen gepflastert werden.
Fischer, Brun v. Schoneb. (
md.
, Hs.
um 1400
):
dine [vrouwe] bein sint geschaffen | als zwe marmelsulen an der schouwe.
ist dir dise rede wundirlich | nicht marmelvar genuc? | nu sprich ja meister kluc. | sint der mermel vil winkels hat, | so lege ich in uf den grat | daz wir zu dem gelouben stigen.
Oorschot, Spee. Trvtz-N.
223, 11
(
wmd.
,
1634
):
Schaw die Marmerweisse Schwanen | Schon auch schmeltzen ihren Schnee.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil. (
schles.
,
1580
):
Auf dem Zobten wird Marmor gebrochen.
Pyritz, Minneburg
119
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Der burg torhus waz beschurt | Mit einem turn, hoch gemurt | Von mermel und von augstein.
Lehmann, Rezeptb. U
459
(
orhein.
/
nobd.
,
1466
/
70
):
Daß gulden pflaster / mach also: / Nim gummi arbycium vnd marmelspalt / vnd hirssen vnschlit.
Sachs (
Nürnb.
1559
):
So wöll wir in fürstlich begraben, | In einem märbel-sarg erhaben.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
438, 10
(
els.
,
1362
):
do sach er ein grab von marmel gehowen.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
waz dings do werden gemacht von gold vnd von silber vnd von ere. vnd von marmel
[Var. 1475
2
–1518:
iacinckt
].
vnd von edelm gestain.
Haszler, Kiechels Reisen (
schwäb.
,
n. 1589
):
zur linckhen handt, ist der berrg Calvariä oder Golgata, geth mann ein stüegen hinauf von weüssem marmor.
do dann das heylige grab sein soll, hatt derselbige theil gedachte halbe cappell inn, mütt einem weißen marmor bedöct, drey schuch hoch.
Langmantel, Schiltb. Reiseb. (
oobd.
,
n. 1427
):
man ersicht sich in der kirchen an der maur als in einem spigell als clar [...] ist es gemacht von merbell und mit lasur an der maur.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
1392
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein ablang geschirr von marmo.
Fischer, a. a. O. ;
Hoffmeister, Kuffstein. Gef. Av v3;
Kurrelmeyer, a. a. O. Var.;
Sudhoff, Paracelsus ; ;
Koppitz, Trojanerkr. ;
Bauer u. a., a. a. O.
1833
;
Vgl. ferner s. v. , 1.