kutteln,
pl. t.
›tierische Eingeweide‹; speziell: ›Magenwand von Schlachttieren als Speise‹; abwertend auch: ›menschliches Eingeweide‹.
Phraseme:
viel auf seine kutteln halten
›auf saubere Kleider halten‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , 1, , 2, , 1, .
Syntagmen:
k. auslassen / ausreissen / essen / feilhaben / sieden / verkaufen / waschen, in das wasser werfen
;
k.
(Subj.)
ausragen / herabhängen, jm. herausfallen / schmecken
;
ein pfund k.
;
gesottene k
.
Wortbildungen:
kuttelblez
(M. 16. Jh.),
kutteldarm
(a. 1536),
kuttelfisch
›Tintenfisch‹ (seit 1561),
kuttelfleisch
(a. 1487),
kuttelgewerbe
(a. 1590),
kuttelhaus
(seit 14. Jh.),
kuttelherre
›Metzgermeister‹ (a. 1529),
kuttelhof
,
kuttelkessel
,
kuttelknecht
,
kuttelwampe
,
kuttelwanst
,
kuttelwäscher
,
kuttelwurst
,
kuttelzunft
(a. 1567).

Belegblock:

Ziesemer, Marienb. Konventsb.
87, 14
(
preuß.
,
1402
):
4 m. den von Wydow erde czu furen vor den nuwen cottelhoff.
Chron. Mainz (
rhfrk.
,
15. Jh.
):
Und schmacket im wol ein heiß arsdarm, | Kotteln, sulz, kalt oder warm.
Kisch, Leipz. Schöffenspr. (
osächs.
,
1523
/
4
):
Die kuteln und das ingetume ließ er werfen in das wasser.
Sachs (
Nürnb.
1565
):
Zu der statt Franckfurt, auf dem Meyn, | Da man außschütt die kudelwampen.
Merk, Stadtr. Neuenb. (
nalem.
,
1588
):
ein pfund kutlen oder blut wirst teürer nit dan um vier stebler.
Spanier, Murner. Narrenb.
14, 67
(
Straßb.
1512
):
Wie sy sich zeigen, ist in angst, | Vnd lyt doch dynn der kuttel wanst.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
het die Koͤchin Bletzer und Kuttelwuͤrst in einen grosen Kessel gethon und wolt sie sieden.
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
428, 13
(
halem.
,
1418
):
súllent si die lebren, lunggen [...] und waz in den kutkessel gehöret [...] in den kutt kessel geben.
Ebd.
781, 7
(
1480
):
beid raͤtt, haben sich erkent, das die kuttler [...], so zuͦ banck stant, sweren sollent, die gesottnen kutlen [...] niemant zuͦ kouffen geben [...] sollent.
Boner, Urk. Aarau
545, 6
(
halem.
,
1469
):
weil sie [...] inen getroͤwt ze erstechen vnd ir kuttlen vßzelassen.
Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
sties im daz sper inn lib, also das er zuo der erden fiel und im die kutlen haruß fiellend.
Chron. Augsb. , (
schwäb.
, zu
1563
):
Die kuttelwescher sollen ire schwein mit blut nit speisen.
Roloff, Brant. Tsp.
318
;
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
2, 6, 7
;
Jörg, Salat. Reformationschr.
252,
A. 8;
Rennefahrt, Wirtsch. Bern ;
Bachmann, a. a. O. ;
Baumann, Bauernkr. Oberschw. ;
Bad. Wb.
3, 338
;