kunterfeiten,
V.
1.
›etw. fälschen, entstellen‹; zu (
das
) 1.
Wortbildungen:
kunterfeitersche
.

Belegblock:

Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
9257
(
rib.
,
1444
):
Want ich seyn dich armelich gecleyt, | Hoverich, krom ind contrefeyt.
Ebd.
9486
:
Sij is eyne contrefietersse | Van valschen segelen ind greversse | [...] | Ind velscht die montzen na yrme synne.
Meijboom, a. a. O.
8374
;
9722
.
2.
›etw. nachahmen, nachbilden‹; zu (
das
) 2.

Belegblock:

V. Anshelm. Berner Chron.
5, 391
(
halem.
,
n. 1529
):
Schankt im ein gulden sekel, darin bi 4 M ducaten des besten golds, conterfeter an geschichten und bilden.
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 178
.
3.
›jn. / etw. abbilden‹; zu (
das
) 3.
Bedeutungsverwandte:
, 4,
2
1.
Wortbildungen:
kunterfeiter
(dazu bdv.: ,
1
1),
kunterfei(t)ung
.

Belegblock:

Buch Weinsb. (
rib.
,
1583
):
Dem contrafiter zum zweiten gesessen [...] das er die contrafeitung mines angesigtes fertich gemacht.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth (
Frankf.
1602
):
Einen hochgelehrten philosophum hette ein kunstreicher mahler contrafeyt.
Rupprich, Dürer (
nobd.
,
1521
):
Jch hab 3 angesicht mit schwarcz und weis auf graw papir conterfet.
Fuchs, Murner. Geuchmat
519
(
Basel
1519
):
ein künigynnin [...] Die jn heymlich hat malen lon | Vnd contrafecten, wie er was.
Sudhoff, Paracelsus (
1537
/
8
):
so die natur wil ein weissagung tun [...] so nimpt sie sich in der contrafetung ab [...] und formirt ein monstrum.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1544
/
5
):
send die sigil [...] nach rechter ordnung entworfen, vertzaichnet und conterfeit worden.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
1271
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein grosser cristalliner napff [...] darin 2 natürlich conterfette wespen mit ihren rechten farben erscheinen.
Mayer, Folz. Meisterl. ;
Tobler, Schilling. Bern. Chron. ;
Bauer u. a., a. a. O.
1723
;
Dietz, Wb. Luther ;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 403
.