essenz,
essentia,
die
;meist mit lat. Flexion;
1.
›Wesen, Wesenskern; (grundlegende) Eigenschaften, innere (spirituelle) Natur einer Sache (im philosophisch-theologischen Sinne)‹; des Öfteren mit lateinischen Attributen. – Vorwiegend Paracelsus.Bedeutungsverwandte:
.Syntagmen:
etw
. (Subj.) die e. behalten, die schlange dem apfel die e. einpflanzen
; j. in einer e. vereint sein, j
. (z. B. der arzt
) etw. in seiner e. wissen
›kennen, verstehen‹; die e. des vaters, der frucht
; der geschmak der e
.; der beste teil von der e
.Wortbildungen:
essentialisch
Belegblock:
Der heilige geist ist die minne. | Seht, da durch und dar inne | Ver einit die dri personen sin | In einer essencien an in.
der arzt erstlich wissen sol die himel und erden in irer materia, specie und essentia.
der den menschen nit in solchem astralischem, temporalischem, essentialischem wesen erkent, der ist unbilich ein arzt.
er [corpus physicum] auch behelt die essentiam limi, wie der son des vaters essentias im blut und fleisch als einem menschen zustet.
ein ander welt hernach folget, die da ist ein tochter diser, dem namen nach, aber nicht der form, der essenz, und dergleichen.
daraus
[
biß in apfel als Sündenfall]
ist gut zu ermessen, das die schlang dem apfel iren effect und essentiam gleich spiritualischer weise eingepflanzet, gleichsam sie leiblicher weise in ganzer natur und substanz da were. 2.
›Extrakt, Konzentrat (meist in flüssiger Form) aus organischen oder anorganischen Stoffen, das deren Wirkstoffe enthält‹; oft mit den Grundstoff oder das Auszugsmittel spezifizierenden lateinischen Attributen; ütr. von 1.Gehäuft Texte des Paracelsus.
Phraseme:
˹quinta essentia, die fünfte essenz
˺ ›fünftes, unsichtbares Element, lebensspendender Ätherstoff‹; nach alchemistischer Vorstellung in aller organischer und anorganischer Materie latent vorhanden und durch entsprechende Verfahren extrahierbar (nach mlat. quinta essentia
); ütr.: ›höchste erreichbare Verfeinerung, perfekte Manifestation e. S.‹.Syntagmen:
die e. extrahieren, von etw. distillieren
; die e
. (Subj.) gut sein, aus etw
. (z. B. aus wasser
) werden
; j. der e. erfaren sein
; etw. in der e. solvieren
; eine edle / rechte e
.Belegblock:
cura epilentica sol hernach folgen, nemlich essentia vitrioli.
große confortatif als [...] aurum potabile, [...] essentiam antimonii, [...] quintam essentiam lapidum.
von den anderen krankheiten so dem herzen zustehen [...], do seind die essentiae gut croci, chelidoniae, macis.
Quinta essentia ist ein materien, die da corporalischen wird ausgezogen aus allen gewechsen und aus allem dem in dem das leben ist [...], gesubtilt auf das aller reinigeste, gesondert von allen elementen.
ein verstant ist, das aus menschlichem fleisch oder blut kein quinta essentia mag gezogen werden, dan das darumb das spiritus vitae [...] stirbt.
distillir von inen essentiam vini in das neunt mal, als dan calcinir die frischen lapides und solvirs in derselbigen essentia vini.
aus irer [cirbo, fraxino et aharna] aschen edler alkali und gleser werden und aus irem wasser ein edle essenz.
da wird er in dem einigen Ambsterdam einen Ertract / oder die fuͤnffte Essents aller Mechanischen Kuͤnsten finden.