essend,
essendig,
part. Adj.
/
Adj.
1.
›essbar, zum (menschlichen, seltener: tierischen) Verzehr geeignet‹; meist in festen Fügungen wie:
essende / essendige dinge
(häufig)
/ speisen / waren
›Lebensmittel, Nahrungsmittel‹; zu (V.) 1.
Gehäuft obd.; chronikalische und rechtsbezügliche Texte.
Phraseme:
die essende kraft
wohl ›Nährstoff‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 1, 1, ,
2
.
Syntagmen:
der essende sulfur, die essende sache / speise / ware, das essende ding
; subst.:
das essende, etwas essendes
›etwas Essbares, Lebensmittel‹.

Belegblock:

Luther, WA (
1523
):
[Zwene Bawhmeister sollen] die almussen ann essender speiße und vorrathe, welche verderblich [...] teglich unter die armen außteylen.
Skála, Egerer Urgichtenb.
219, 11
(
nwböhm.
,
1577
):
An eßender war vor sein theil 5 f.
Gille u. a., M. Beheim
104, 255
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
es waz alz nach in verprant, | daz man nicht essendiges vant.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1488
):
sie [das unertig bubenvolk] wolten in die tabern und ein ieglicher solt pringen was er eßent speis geraubt het.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
, wohl
1525
):
was von essenden dingen, so uns herein gefurt [...] möcht werden, kain zoll [...] gegeben soll werden.
Kohler u. a., Bamb. Halsger. (
Bamb.
1507
):
So yemant durch rechte hungersnote [...] etwas von essenden dingen zu stelen geursacht wurde, [...].
Sudhoff, Paracelsus (
1525
/
6
):
Die caules komen auch aus den essenden sulphure [...] und seind im aniado geteilt worden, also das etlich essend kraft im kraut ist, etlich in wurzen, etlich in samen.
Mollwo, Rotes Buch Ulm (
schwäb.
,
1376
):
daz kein mertzler [...] dez fritags nach mittemtag [...] nichtz koufen súllen [...], waz essendiger sach ist, ez sien húnr, kese, aiger, smaltz, ops.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
alles ander eßent ding als erbiß, obs, kraut [...], stro und hew was alles teur.
Ebd. (
1523
/
7
):
Kain meitterei
[›Abgabe‹]
noch zell
[›Zölle‹]
von essendem mer zuͦ geben.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Die feint hetten ir frucht selbs verprent, all prun und essend ding vergift und verderbt.
Skála, a. a. O.
50, 3
;
Loose, Tuchers Haushaltb. ;
Müller, Nördl. Stadtr. ;
Barack, Zim. Chron. ;
Zingerle, Inventare ;
Vgl. ferner s. v. , .
2.
›Nahrung verzehrend, benötigend; fressend‹; in der Regel im Phrasem.
Vorwiegend Rechtstexte.
Phraseme:
essendes pfand
›als Pfand dienendes (lebendes, mit Futter zu versorgendes) Tier, Vieh‹.

Belegblock:

Luther, WA (
1525
):
Ja, es were wol gut Ehlich werden, oder womit ernehret man ein Weib? denn es ist ein essend pfand
(hier uneigentlich).
Dinklage, Frk. Bauernweist.
30, 24
(
nobd.
,
1522
):
Farende habe soll er [wirt] virtzehen tag behalten, essende pfant als pfert, kue, rinder oder dergleichen ist er nit lenger schuldig zu behalten dan über nacht.
Chron. baier. Städte. München, (
moobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Der richter [...] sol nicht ezzenter pfant nemen ze pfant auf di purger von niemant umb chlainev wandel.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
17. Jh.
):
wo er aber ainer dem andern pfent an seinem schaden, so mag er essent phand bhalten bei im biß an den dritten tag.
Kisch, Leipz. Schöffenspr. ;
Welti, Stadtr. Bern ;