erlamen,
V.
›lahm, gebrechlich, bewegungs- bzw. funktionsunfähig werden‹ (von Menschen, Körperteilen); vereinzelt bildlich: ›schwach werden, schwinden; zum Erliegen kommen‹ (von Stärke u. dgl.); als Part. Adj.
erlamt
›gelähmt, erstarrt‹;
zu 2, 1.
Bedeutungsverwandte:
vgl. .
Syntagmen:
j
. (z. B.
ein mensch
)
e., etw
. (z. B.
die zunge
)
e
. (absolut);
j
. [wo] (z. B.
an den händen, in den füssen
)
e., js. herz an manheit e., die kraft in den armen
(Subj.)
jm. e
.;
die erlamten adern / glieder
.
Wortbildungen:
erlamung
›Lähmung, Taubheit‹ (dazu bdv.: vgl. 1, ).

Belegblock:

Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Erlamen moissen noch die zungen | die dar zu hulpen ind reyden!
(Verwünschung).
Keil, Peter v. Ulm
182
(
nobd.
,
1453
/
4
):
der erlampt sey in henden oder in fußen, dem mach dise ertzney.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Min hertz an manhaitt ist erlamtt: | Ich sol nüt üben schilttes amptt.
Sudhoff, Paracelsus (
1537
/
41
):
daraus dan gefolgt het ein colica im bauch, erlamung an henden und füßen.
Rauwolf. Raiß
3, 26
([
Lauingen
]
1582
):
es [Wunderwasser] so herrliche würckung hat / inn sterckung der schwachen [...] vnd erlambten glider.
Vgl. ferner s. v.
1
4.