(wobd. auch dissimiliert:
adenlich
),
Adj.;
die Einzelbedeutungen sind eng miteinander verbunden, besonders 1; 2 und 3 sowie 4; 5; vgl. das Bedeutungsspektrum von
1
.
3.
›adelsgemäß, nach Art des Adels, edel, vornehm, höfisch, gesittet‹; angesprochen ist das gesamte Spektrum der dem Adel zugeschriebenen Gesinnungen und Eigenschaften, besonders die Tugenden, die vereinzelt auch auf Angehörige anderer Stände übertragen werden;
Bedeutungsverwandte:
5,
4,
,
6,
3,
2,
,
3,
.
Syntagmen:
a. baren / leben; sich a. halten; etw. a. tun; zu jm. a. hertreten; a. gekleidet; a. brauch / gedanke / glanz / mut / schein / sin, a. art / ere
(mehrmals)
/ tugend / treue / weise / zucht, a. gemüt / herz.
Belegblock:
wo man dem Adel recht thut / vnd Adelich lebt.
Gille u. a., M. Beheim
56a, 10
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Den hochsten preis | ich hie wol trag | nach rechter czir | und adelicher weis.
Dreckmann, H. Mair. Troja
19, 8
(
oschwäb.
,
1393
):
darumb adelichstu aller frawen, ich erzaig mich iu ze ainem mann in gantzer diemut.
Koller, Ref. Siegmunds
(Hs. P:
15. Jh.
):
zů sagen von adelicher zuht in sprüchen und singen.
Barack, Zim. Chron.
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
ie mehr derselbig kaiserlich thron geziert und die underthonnen [...] zu adenlichen tugenden, erlichen und redlichen guten tahten und getrewem dienst bewegt werden.
Wrede, Aköln. Sprachsch.
71
;
4.
›groß, erhaben, vollkommen, geheiligt‹; häufig für eine göttliche bzw. für eine von Gott dem Menschen, der menschlichen Seele verliehene Eigenschaft verwendet;
Gehäuft in theologischen Texten.
Bedeutungsverwandte:
,
,
(Adj.)
7,
(Adj.)
4.
Syntagmen:
a. heimkommen / leben; dinge leuchten a.; got wirken a.; jn. a. überwinden; etw. a. formieren; etw. an jm. a. volbringen; a. nach got gebildet / geschaffen sein; a. schein; a. art / frucht des leibes / natur / weise der erhebung; a. wesen; sele sein a.
Belegblock:
Douonn muß sich die sele ynn der die geburt sal geschehenn, gar lauter haben. vnd gar adelich lebenn.
Steer, W. v. Herrenb. Büchl.
343
(
pfälz.
,
1436
):
so doch die sele das höchst vnd das oberst ist vnd das adelichst, das do ist jn dem menschen.
Kehrein, Kath. Gesangb.
(
Nürnb.
1631
):
Ein kleines Kindelein, | Das gleiset gleich wie ein Spiegel, | Nach Adelichem Schein.
Herre, nu sihe ich, daz ich dich als warlich enphahe alse er, und so vil adellicher, als vil din zarter lib nu glorifizieret [...] ist.
Klein, Oswald
114, 41
(
oobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Du gots erwelte creatur, | durchleucht, verhailgt über alle weib, | wie mocht dein adelich natur | erzeugen durch ain zarten leib | den grossen schrick und scharpfen blick.
Steer, W. v. Herrenb. Büchl.
44
;
285
;
332
;
Glatz, Chron. Bickenkl.
;
Ruh, Bonaventura
346, 27
;
5.
›wohlgestaltet, makellos, vollkommen, herrlich‹; im Gegensatz zu
4 von weltlichen Dingen und Erscheinungen gesagt;
Häufig literarische Texte.
Bedeutungsverwandte:
4,
.
Syntagmen:
nase sein a.; etw. a. zieren; a. art / frau / gestalt / meid / mensur / sat, a. angesicht / gestüle.
Belegblock:
Päpke, Marienl. Wernher
(
halem.
,
v. 1382
):
Fúr alles adel adellich | Warent sú [sin hend], schoͤn und wunneklich.
wie hoh der schoͤn himel ist in sinem schnellen lof, und wie adelich in sin meister gezieret hat mit den siben planeten.
Thiele, Minner. II,
19, 1
(Hs. ˹
wobd.
,
15. Jh.
˺):
Von adellicher mensur | und rechter figur | ist mir gebildet in min hertz | [...] | ain fröw.
Fischer, Eunuchus d. Terenz
(
Ulm
1486
):
sich dir den versniten wie ist er nit adelicher gestalt, und von plüendem alter?
Klein, Oswald
78, 1
(
oobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Mich tröst ain adeliche mait, | die ist für war durch klar an tadels mail.
Klein, a. a. O.
12, 45
;
97, 27
;