überspringen,
V., unr. abl.
›etw. räumlich horizontal (in der Fläche) wie vertikal (in der Höhe) überspringen‹ (vom Menschen und von ausbrechenden Tieren gesagt); tropisch: ›Widerstrebendes, Hemmendes gleichsam springend hinter sich lassen, überwinden‹; ›etw. unbeachtet lassen, ignorieren‹; vgl. (Präp.) 2; 3.
Vorwiegend obd.
Phraseme:
die wage nicht überspringen
›seine Grenzen nicht überschreiten‹; vgl. (Präp.) 2; 3 (ütr.).Syntagmen:
j. eine mauer, die gelüste ü., der geist vergängliche dinge ü
.; das überspringende vieh
(küe, stiere, rosse, schweine
).Wortbildungen:
überspring
überspringer
überspringung
übersprung
Belegblock:
Yhr solt auch wol alle diese gewaltige spruͤche, die ich hie furbringe und handele, uberspringen und das maul auffwerffen und sagen: Er redet von koͤrnlin und bawmblettern.
wen der geist / daz fleisch vberwindet vnd diese vergenckliche dinck / alle vbersprungen hat, so springet er auff dy ewigen dinck.
ich lauff begúrt zuͦ dir: in meim got vberspring
[
vber die Mauren springenEck
1537 / Luther
1545, 2. Sam. 22, 30: ]
ich die maure. Dvͥ hest vber sprungen des libs gelvͥste, das dvͥ sinen begirden nuͥt gehorsam bist.
Vberspringen / besser vnnd weitter springen dann ein ander. [...]. Vberspringen / vber etwas hinuͤber springen. [...]. Vberspringung / f. vbersprung. [...]. Vberspringer [...]. Exultator.
Du solt die wag nit überspringen. dz ist. du solt die gerechtiheit nit übertreten.
Pflegerinn der taugenhait, | die got menschlich hat bechlait, | aller tugent überspring
(Var.:
ursprung).