überrucken,
V.
›etw. räumlich oder (ütr.) zeitlich verschieben‹ (allgemein); im Einzelnen z. B. räumlich (flächig): ›einen Holzschuppen, der die Grundstücksgrenze überschreitet, zurückbauen, zurücksetzen‹; ›einen Grenzstein, Zaun o. Ä. über die Grundstücksgrenze hinaus verschieben‹; zeitlich: ›etw. aufhalten, auf später verschieben‹ (um z. B. eine Pfändung zu verzögern); vgl. (Präp.) 1; 5; 6; 7.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 3, (V.) 1; (meist temporal:) 17, 3, 1, 13, .

Belegblock:

Dinklage, Frk. Bauernweist.
112, 34
(
nobd.
,
15. Jh.
):
ob einer quem zu dem knecht und wer in meinung, einen zu phenden, und der knecht wolt den uberruck und nit mit dem gen und sucht verzuck dorinnen, so [...].
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
16. Jh.
):
wer marchstain oder zein überruckt ist dem lantrichter ain pfunt pfennig verfallen.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1555
):
Es soll auch kainer den andern uberzimern noch uberpauen. geschichts aber daruber, so pieß er den schaden und uberruck das zimer, das dem andern nicht zu schaden käme.