überoben,
V.
›etw. (eine Wertgröße, z. B. einen
gesang
, js.
lob, wirde
) übertreffen‹; ›jn., auch: eine Insel physisch überwältigen, militärisch schlagen, erobern‹; ›(einen Krieg) gewinnen‹; zu (Präp.) 10, (V.).
Obd.
Bedeutungsverwandte:
.
Wortbildungen:
überobern
,
überobrigen
.

Belegblock:

Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1388
):
daz wir hoffen, daz wir
[Nürnberger Rat]
den krieg hie in dem land gen den herren also uber obern wollen, daz sein alle stet furbaz ere und nutz haben.
Stackmann u. a., Frauenlob
17, 3
(Hs. ˹
nobd.
,
3. V. 15. Jh.
˺):
Ein cleine woltat sol ich loben | des biderben mannes gar für vol. | Des lob kan nieman überoben, | sit ez im zimt so rechte wol.
Euling, Kl. mhd. Erz. (
nobd.
,
E. 15. Jh.
):
O hercz, nü hor disen klanck, | so das die heylikayte | uberobt der müsica gesanck.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
din lob kan über oben | Aller megtte wirde, | Du
[Helena]
gewuntt nie begirde | Ze valschafter mine.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
In dem achtzigsten jar wolten die Turckhen die kristenlich insel Rodis, [...], uberobrygen und mit grosser macht gewunnen haben.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
Karel liess alls zu tod slahen, was nicht des taufs gerte. Als er sy überoberte, belaib er ain gantz jar im land.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
v. 1480
, Hs.
1534
):
wëre aber das er [wiert] in
[den Eindringling]
sonst überobern möchte, so sol er in recht haben als ainen schedlichen man.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
502, 7
;
Dalby, Lex. Mhg Hunt.
1965, 246
.