übermogen,
V.
›die Oberhand gewinnen, die Herrschaft haben‹ (ohne Obj.); ›jn. / etw. überwinden, überwältigen, an Macht übertreffen, seiner Verfügung unterwerfen, beherrschen, dazu bringen, dass [...]‹; vgl. (Präp.) 1; 2; 3; 8, 4.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): 1, 2; 3, 4.
Syntagmen:
j. ü
. (absolut);
j. / etw
. (Subj.)
jn. / etw. ü
., z. B.
einer den anderen, ein geschlecht das andere, ein tier das andere, der knabe den tag, der herre das urteil (der welt), js. zier die menschheit, der haufe gottes wort, die gedanken jn. ü
.

Belegblock:

Lappenberg, Fleming. Ged. (
nrddt.
1631
):
Daß aber deine Zier zugleich auch übermag | die Menschheit, als ein Mensch, das zeuget diesen Tag | Myrtillus wunderlich.
Luther, WA (
1544
):
Das diese Straffe sol fortgehen uber die Welt, [...], und wider sie endlich die uberhand behalten, das er [der Herr] jr urteil und verdamnis ubermoͤge.
hab ich mich lassen meine gedancken übermügen, E. K. F. G. in sonderheyt untertheniglich mit diser schrifft zu ersuchen.
Schade, Sat. u. Pasqu. (
rhfrk.
1523
):
welcher den andern übermag, der schübt den andern in sack.
Voc. Teut.-Lat.
hh vijv
(
Nürnb.
1482
):
Ubermugen vbertreffen vermugẽ odʼ angesigẽ. preualere.
Sachs (
Nürnb.
1562
):
Wo der gottloß hauff uber-mag | Gottes wort, thut ers mit bösn tücken.
Ebd. (
1566
):
Sie haben mich von jugend wol | Gedrenget hart mit iren lügen, | Haben mich doch nie übermügen.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
der do volmacht mit der hand
[Var. W, 15. Jh.:
übermag
;
Froschauer
1531 /
Dietenberger
1534:
vermag
;
Eck
1537:
staͤrker ist in der hand
;
Luther
1545, Sir, 29, 1:
wer Güter hat
]
der behút die gebot.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin (
schwäb.
,
1471
):
obe nun müss es got von himel erparm, | Das ich [knab] den tag nit über mag.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
15. Jh.
):
wer der wär der meinem herren sein dienst widerstüend, den hat er darumb ze strafen. ubermag er in nit, so sol es ein anwalt an den vogt pringen.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. (
moobd.
,
1478
/
81
):
wer den andern übermocht und des macht hete, der verdruckt den armen.
Leidinger, V. Arnpeck (
moobd.
,
v. 1495
):
es galt in als gleich, wen sy nur ubermochten.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
wie die unvernünftigen tier aneinander, welches das ander übermag, fressen, als gleicher weis [...] außtilgt ein geschlächt, ein volk imer das ander.
Er fieng sein schwester, [...], dergleichen seinen jungen vetern, herzog Thessel, nam Baiern ein was er übermocht.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
, Hs.
A. 16. Jh.
):
so in ainer allain ankämb [...] und übermöcht in nit und umb hilf begeret, dem soll ain ieder nach seinem vermigen ze hilf komen.