überminniglich,
Adj.
charakterisiert und ertextet in Metaphern und Bildern Bezugsgrößen konkreter, persönlich und sachlich gedachter Art (darunter das
apostolische ambacht
, den
grund der sele
, den
tempel, got
, den
herren
, den
feldblumen
) als Zeichen für den Ort und die Eigenschaften überragender Liebe Gottes zu den Menschen; vgl. (Präp.) 10, 1; 2; 4.
Alem.; 14. Jh.; Texte der Mystik.

Belegblock:

Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
nu wundert mich drier dinge [...]. Daz ein ist: daz du [herre] als úberminneklich bist an dir selben, und du doch ein als gar strenge richter bist der missetat.
so begert der úberminnekliche veltbluͦme, der lútselige herre aller herren, daz ir wolstenden rosen werdent.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
E. 14. Jh.
):
Uf wen viel dis los zuͦ diseme úberminnenclichem wesende, disem edeln apostollichen ambahte.
Ebd. (
1359
):
Diser tempel das ist der úberminnekliche inwendige grunt der selen, do die heilige drivaltikeit so lieplichen inne wonet.