überman,
der
.
›einem Gericht, einer gerichtsähnlichen Urteilsinstanz (einem Tiergericht), einem Schieds- oder Entscheidungsverfahren vorsitzende, entscheidungsbefugte, die Entscheidung auch missbräuchlich ausübende Person‹ (in den Belegen für Gott, den Schiedsmann, einen
herren
, den Richter); uneigentlich auch für ein Macht, Herrschaft ausübendes Tier (z. B. den Wolf) sowie für eine ähnlich tropisierte Sache (z. B. den
pfennig
1; 2, den
gewalt
4; 5; 6) gebraucht; zu (Präp.) 8; 9; 10,
1
2; 6; 7.
Gehäuft älteres und mittleres Frnhd.; mehrfach Texte gebundener Form.
Bedeutungsverwandte:
; vgl. , 1, 1; 2, .
Syntagmen:
der ü. das recht gewinnen, ein ende des krieges haben wollen
;
j. / got, der gewalt, ein wolf js. / der ü. sein
;
got als ü. kommen
;
j. zu einem ü. dienen
;
der ü. der schiedung, von den geistlichen leuten
.

Belegblock:

Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl. (
mosfrk.
,
1291
):
ane hindernisse der suͦne, die der edele man ... Jofrid herre van Eis. die als ein ubirman van den egenanten geistlichen luden und van uns gekoren was, redede.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
wer nicht vbersehen kan, | Der dient zu keinem vberman.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
Nu kumit Got als eyn uber man | Und wil des cryges eyn ende han.
Gille u. a., M. Beheim
57a, 25
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Das recht
[in einer Gerichtssitzung]
gewan | ein uber man, | ein walf, ich wene.
Primisser, Suchenwirt (
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
So bin ich [Phennikch] dikch der uͤberman, | Ob siben da tzu rate gan.
Auer, Stadtr. München (
moobd.
,
1347
):
swaz sie [schergen, vorsprecher] verschaident, da ir ainer schidman oder überman ist, daz hat nicht chraft noch recht.
Niewöhner, Teichner
139, 33
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
der gewalt sey der uͤber man.
Ebd.
320, 115
:
davon chan sich nieman gerichten | nach der element phlichten. | got ist selb der uͤber man.