überhur,
wohl
das
.
›Ehebruch, mit einigen körperlichen Strafen, dem Tod, Enthaupten, Verdammnis zu ahndendes Verbrechen‹; im Beleg
Helm
ütr. gebraucht für ›
vergessen gottes
durch Zuwendung zu weltlichem Gut‹; von
über
(Präp.) her kaum motivierbar.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 1, .
Wortbildungen:
überhurer
,
überhurerei
(dazu bdv.: , , 3, ),
überhurerin
.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Als ist daz ein groz uberhur, | Swen einer besitzet michel gut | Und wendet dar an sinen mut | [...] | Daz her Gotes vorgizzet.
Große, Schwabensp. (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
LJt eyn man bi eynes anderen mannes wipe, der vberhuͦrer oder vberhuͤrinne de sint beide des todes scuͦldich.
Kisch, Leipz. Schöffenspr. (
osächs.
,
1523
/
4
):
wo solch freveltat peinlich geclagt wird, das die aus vorsacz mit wol bedachtem mut und argelist an morde, raube, brande, deube, notzoge, uberhurerei, an hocher gewalt [...] begangen werden, so ist [...].
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1569
):
So ainer uberhuererei, anderer schant und unzucht betretten wierdet, der sol nach ungnad [...] ain zeitlang im stock gehalten [...] werden.
Leman, Kulm. Recht (dort § 43).