überhitzen,
V.
›sich überhitzen, zu heiß werden‹; von Körperorganen, speziell von der Leber, ütr. auch von der den Menschen gleichsam erhitzenden religiösen Sehnsucht gesagt; zu (Präp.) 10.
Wobd. / oobd.
Bedeutungsverwandte:
.
Wortbildungen:
überhitze
›die gewohnte Temperatur (der Leber) übersteigende Hitze, Überhitzung‹,
überhitzig
›überhitzt‹ (vom Blut; dazu bdv.: ) sowie ›überhitzend‹ (von einem Kraut hinsichtlich seiner Heilwirkung).

Belegblock:

Strauss, A. v. Villanova dt.
145v, 5
(
obd.
, Hs.
1421
):
Warumb tzorn vberhitzet alle die gelider dez leibs.
Bremer, Voc. opt.
1296
(
halem.
,
1328f.
):
Colera vberhizigbluͦt [...] fúrhitzigbluͦt [...] verhiczetbluͦt [...] uberhútzigispluͦt.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
in dem sumer sô überhitzet im
[dem
fuhs
]
diu leber.
in dem winter ist sein
[des
galgan
, eines Baumes]
nutz pezzer, wan in dem sumer überhitzet er den menschen.
wer daz holz pulvert und [...] macht ain pflaster dar auz und legt daz an der leber stat, das benimt der lebern ir hitz, wenn si überhitzet ist.
nappelnkraut. daz wechst auf des mers gestat und ist [...] auz der mâzen schad und ist überhitzig und trucken mit seiner kraft.
wider der lebern überhitz ist daz selb auch guot.
Höver, Bonaventura. Itin. B
664
(
moobd.
,
1450
/
60
):
das groß prinnend feẃr, das [...] mit gar v́berhiczenden vnd jnprúnstigen begirden jn got aufftragent ist vnd entformen.
Pfeiffer, a. a. O. .