überhin,
Adv.
1.
›von einem Orientierungspunkt ausgehend hinüber, auf ein gegenüberliegendes Ziel hin‹; ›leicht, oberflächlich über etw. (über den zu pflügenden Boden) hin, oben drüber‹; (in beiden Nuancen schwach belegt; jeweils räumlich); modal: ›überschlagen gerechnet‹; vgl. (Präp.) 1; 2; 3; 4; zur Konkurrenz von über-
und überhin-
in Verbindung mit Bewegungsverben s. mit Beispielen.Wortbildungen:
überhinfallen
überhinfaren
überhinfüren
überhinlegen
überhinschiffen
überhinschwimmen
überhinwallen
überhinlaufen
überhinrechnen
überhinreiten
überhinschärfen
Belegblock:
dohehr kompt sonst alles ungluck, das man die zwej stuck als ampt und wortt itzt ubertritt und uberhinlauffet, und das sihet man itzt wohl an den Schwermern.
das nach gelegenheit des bodems nicht zu flach noch zu tief gepflüget, nicht uberhin gescherft noch balken gemacht.
Wer darnach reytet uberhin
[über die
brucke]
Und der sein eh vor hat gebrochen | an dem [...]. da stuend ich des morgens früe auf und lief überhin gen Bibrach.
lassen einen neuen Eren in die förderste Stube machen [...]; kostet überhin gerechnet ohen die Dillen fl. 4.
2.
›vorbei, vorüber‹ (zeitlich gesehen; z. B. vom Wetter gesagt); ›abgeschlossen, vollzogen, geschehen‹ (jeweils im perfektiven Sinne); vgl. (Präp.) 7.Wortbildungen:
überhinweg
Belegblock:
[Diß Land] wird alsdenn erfreuet sagen: | Es ist überhin mein Leid.
wenn Gott widerkompt und last die sonne widerumb scheinen, unnd das wetter uberhin ist, so [...].
Der anstand mit dem feynd ist schon Vberhin vnd gemacht. [...]. Der halb summer was schon Vberhin. Exacta erat media æstas. Der summer der schier Vberhin vnd geendet ist. [...]. Der tag ist Vberhin. [...]. Der winter was schon Vberhin oder am abnem̃en.
Vberhinweg / Dahin / Passé, Præteritus.