überhaufen,
V.
1.
›in übergroßer Anzahl, Überfülle, Übermaß vorhanden sein‹ (von Personen, Geschicken, Sachen gesagt); vgl. (Präp.) 10, (V.) 1.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , 3.
Wortbildungen:
überhauf
(dazu phras.:
mit überhauf
›in äußerster Eile, ungeordnet zusammengedrängt‹),
überhäufung
.

Belegblock:

v. Ingen, Zesen. Ros.
102, 10
(
Hamb.
1646
):
wan nunmehr zur gewisheit meines ungluͤks | und uͤberhaͤuffung meines jammers alles da ist / was sol ich machen?
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
347
(
Köln
1476
):
Myt oeuerhouff zom lesten | Moysten dye Nuysser goyt | Dayr treden in yr vesten.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
Jamer das hette si umbestalt | Und alles úberhufet hie | Mit laides smerczen der ir ergie.
Mell u. a., Steir. Taid. (
m/soobd.
,
1568
, Hs.
M. 18. Jh.
):
dieweil sich befint, das die maister berurts handwerchs derzeit alhie überhauft und in grosser anzal sein, also das die selben nit alle gnuegsame arbait haben.
2.
›jn. umstoßen, umwerfen, (vom Pferd) werfen; etw. (z. B. einen Weinberg) verwüsten‹; vgl. (Präp.) 3.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 1, 1.

Belegblock:

Kehrein, Kath. Gesangb. (
Köln
1582
):
Ein schwein her aus dem wald gelauffen, | Wirfft deinen weinberg vberhauffen.
v. Keller, Amadis (
Frankf.
1571
):
Als nun Galaor seinen Vetter sŏ gar vberhauffen geworffen sahe, war er fürnemmens jhne zurechen.
Goldammer, Paracelsus
5, 179, 19
(
1530
):
du Jordan, warumb stoßt ihn nit überhaufen, nun bistu doch [...] ein großer fluß?