übergülte,
Genus unklar;
zum Verhältnis von möglichem
-gülde
und
-gülte
s. ; hier trotz der vorherrschenden Schreibung mit
-d-
Zuordnung zu .
1.
›dem Abhängigen von den
grossen hansen, regierern, schergen
auferlegte, ausbeuterisch überhöhte Abgabe oder Dienstleistung‹; zu (Präp.) 10, vgl. (
die
) 2; 4.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): , , 1; 2,
2
1, , , .

Belegblock:

Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
si [die grossen Hansen, regirer] kunten dem gemain man nit genueg aufsetzen mit übergült, steuer, raisgelt, hilfgelt, [...] und ander dergleichen neu findung.
2.
›alles, was ein anderes an (meist religiös begründetem oder – vereinzelt – profanem) Wert übertrifft‹; vgl. (Präp.) 10.
Im 15. Jh. auslaufend; meist gebundene Texte der Sinnwelt ‚Religion / Didaxe‘.

Belegblock:

Fischer, Brun v. Schoneb. (
md.
, Hs.
um 1400
):
sin houbit han ich gesworn | daz ist gar ein obirgolde.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
sin [Job, der Gotes knecht] tegelich gewant | Was aller tugende uber gult.
Stackmann u. a., Frauenlob
2, 14, 7
(Hs. ˹
omd.
/
schles.
,
14. Jh.
˺):
Sin [gottes] mut was, unser kranken krenken, wenden in sin hulde. | [...] | den geist sust lenken, senden was der minne ein übergulde.
Ebd.
5, 121, 3
(Hs. ˹
md.
auf
nd.
Grundl.,
v. M. 14. Jh.
˺):
Ein kunderfeit wart mir durch schouwen vür getragen. | torste ich ez klagen, | mich trouc sin übergulde.
Holtzmann, Gr. Wolfdietrich (Hs.
A. 15. Jh.
):
ich geleub daz ich essens nie so kume erbit. | ez ist ein ubergulde, sit es uns hie dut not.
Euling, Kl. mhd. Erz. (
nobd.
,
E. 15. Jh.
):
O werde wol gedrete hend, | der mild ein ubergulte.
Adrian, Saelden Hort
1210
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
o we daz ich [Joseph] mich ie versach | ander dekainer schuld | dú gar ain úber guld | ist usser welter rainikait!
Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
Daz verlih úns der suͤss Jhesus Crist, | der aller vroͤd ain úbergúld ist.