übergülte,
Genus unklar;
zum Verhältnis von möglichem -gülde
und -gülte
s. ; hier trotz der vorherrschenden Schreibung mit -d-
Zuordnung zu .1.
›dem Abhängigen von den grossen hansen, regierern, schergen
auferlegte, ausbeuterisch überhöhte Abgabe oder Dienstleistung‹; zu (Präp.) 10, vgl. (die
) 2; 4.Belegblock:
si [die grossen Hansen, regirer] kunten dem gemain man nit genueg aufsetzen mit übergült, steuer, raisgelt, hilfgelt, [...] und ander dergleichen neu findung.
2.
›alles, was ein anderes an (meist religiös begründetem oder – vereinzelt – profanem) Wert übertrifft‹; vgl. (Präp.) 10.Im 15. Jh. auslaufend; meist gebundene Texte der Sinnwelt ‚Religion / Didaxe‘.
Belegblock:
sin houbit han ich gesworn | daz ist gar ein obirgolde.
sin [Job, der Gotes knecht] tegelich gewant | Was aller tugende uber gult.
Sin [gottes] mut was, unser kranken krenken, wenden in sin hulde. | [...] | den geist sust lenken, senden was der minne ein übergulde.
Ein kunderfeit wart mir durch schouwen vür getragen. | torste ich ez klagen, | mich trouc sin übergulde.
ich geleub daz ich essens nie so kume erbit. | ez ist ein ubergulde, sit es uns hie dut not.
O werde wol gedrete hend, | der mild ein ubergulte.
o we daz ich [Joseph] mich ie versach | ander dekainer schuld | dú gar ain úber guld | ist usser welter rainikait!