übergot,
der
.
›Gott übersteigende Göttlichkeit‹; im Beleg im Orientierungsfeld mit gebraucht, das mystische Streben nach sprachlicher Fassung des nicht Sagbaren demonstrierend; vgl. die Häufung hybrider Wortbildungen besonders im Beleg
Höver
; vgl. (Präp.) 2; 9, 1; 2; 3.
Texte der Sinnwelt ‚Religion‘.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): , 1; 2; 3; 4, , 1, .
Wortbildungen:
übergötlich
›sich über Gott erhöhend‹,
übergötten
.

Belegblock:

Luther, WA (
1528
):
der Bapst nympt gelt odder gonst und feret aber mal uber sich selbs und uber soͤlche ubergoͤttliche ordnung der kirchen und gibt Nonnen und Muͤnchen freyheit zur ehe.
Ebd.
18
:
Jch mus dem Bischoff zu Meissen zu ehren der selben ubergoͤttlichen heiligkeit ein exempel erzelen, auff das sie doch greiffen, wie starck wir gleuben, das sie uber das Euangelion sind.
Ebd.
32
:
Nu, der Probst hat seinen richter, Aber der Bischoff ist ein ubergoͤttlicher man, der kan nicht straffen die pfaffen, so frawen reuber, eheschender und hurrn ieger sind?
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
In disem wilden gebirge des úbergoͤtlichen wa ist ein enpfintlichú vorspilendú allen reinen geisten abgrúntlichkeit.
wan in der úberweslichen drivaltekait der úbergegoͤteten gotheit, in dem togenlichen, úberunbekanten, úberglestigen, aller hoͤhsten gibel da hoͤrt man mit stillsprechendem swigene wunder.
Höver, Bonaventura. Itin. B
627
(
moobd.
,
1450
/
60
):
vnd sol gesprochen werden mit dem hailigen Dyonisio zuͦ der goͤtleichen trinitet: „O trinitas, dreyhait, vber wesenleich vnd vber got, vber allerpester ansecher kristenleicher got weißhait, schick vnd belait vns jn den v́ber vnbekantleichen, vͤberleuͤchtenden, vͤberguͤtten, allder aͤrtleichisten vnd allerhoͤchsten spicz vnd gipel“.