überfal,
der
;-falles
, auch: -Ø
/-fälle
.1.
›Zäpfchen des Gaumens, Uvula‹; vgl. 1 (die Motivation ergibt sich daher, dass es die und die überdeckt).Belegblock:
VON DEM ÜBERVALL: Der überval haizt ze latein epiglotis und spricht daz puoch, [...], daz ez niht anderz sei wann das plat, [...], und daz ez stê pei der zungen ursprunch. ez spricht auch, daz sein ampt sei, daz ez wechselleich bedeck die sluntrœrn.
2.
›Abfall grenznahe stehender Obstbäume auf das benachbarte Grundstück‹ (als Gegenstand rechtlicher Regelungen); zu 1.
Syntagmen:
den ü. mit der hand erreichen / abbrechen / auflesen / ausrichten
; das recht am ü
.Wortbildungen:
überfällig
Belegblock:
So ein baum, [...], in einem gebauten gut stünde, der seinem nebenbegüteten überfällig were, so soll derselbige, dem der baum ist, ihn schwingen und seinem nebengeforchten ansagen, den überfall aufzulesen. welcher den überfall nicht also außricht [...].
die Güter wurden hingegeben
mit grund und boden, [...], waßer und waßerrünsen, dem rechten am überfal. 3.
›Absturzvorrichtung, Absturzstelle des Teichwassers‹ (zum Zwecke kontrollierter Abführung überflüssiger / durchlaufender Wassermengen; eine Art ›Wehr, Schleuse‹); vgl. 1.
Belegblock:
Es muß auch nach ein stog und rinne dorein gelegt werden und in umblauf ein uberfhal
(in den
teich).
sall der moller [...], ein uberfhal ader breiten stog
[›Schleuse‹; s.
stok 13]
und rinnen [ein Abflussrohr]
dor einlegen damit man das wasser der molen zu gut lauffen lassen und halten kann. 4.
›über das übliche oder gar über jedes Maß hinausgehendes, im ütr. Sinne zu verstehendes Gewicht e. S.; besonders zu Buche schlagende finanzielle Belastung‹; vgl. 1 (die Motivation zu ersterer Nuance könnte sich aus dem Fallen des Waagebalkens herleiten; so der Kommentar zum Beleg Luther
).Belegblock:
wenn ich gegen ander wege und halte dis Geschenck und mein werck, so machets einen scheuslichen grossen ausschlag und uberfall, das da aller Menschen heiligkeit nichts ist gegen einem tröpfflin des Bluts, das er fur uns hin gegeben.
Nuhe sei hat groiß uberfall und abzuch van iren kindern, das auch wol darzu wirt gain, wievil sei hat.
als man eyme burgermeistere biszher umb solicher knechte und sost mancherley uberfalles willen 40 gulden jares usz der rechenunge geben hat.
5.
›jm. belastend Zustoßendes‹; speziell: ›mit Gewaltanwendung verbundener, meist überraschender Überfall, Angriff e. P. oder Gruppe auf einen anderen bzw. auf eine andere Gruppe‹; vgl. 2.
Syntagmen:
eine stat, ein reich überfälle leiden, einen ü. vor unmöglich halten
; der ü. beschehen
; durch einen ü. um die freiheit kommen, ein brief / haus in einem ü. verbrinnen, jn. vor ü. behüten / bewaren
; der ü. des krieges
(gen. explicativus), der ü. der bauern, in die stat
; der frevelhafte / ungewarnete / unversehenliche ü
.Belegblock:
bi disser keiser ziden [...] leide [...] dat gantze roemsche rich grois overvallen ginsit und dissit meirs van vergaderungen vremdes volks.
Aus furcht nun / daß sie / durch deren frevellhafften Uberfall [...] vom Reich und um ihre Freyheit kommen mochten / wurde [...].
und vielen alsobald in die Stadt / unwissend und unversehens der Buͤrger / welche [...] solchen Uberfall vor unmoͤglich geachtet.
die brief der friheit vnd besteͤtigung in in irem vͤberfal des vorgangnen kriegs, [...], verbrunnen sigen.
ob ouch zuͦ zitten ein úberfal wurdt beschaͤchenn von unnsren burgrenn oder hindersaͤßenn.
überfal der puren / da dann die puren zuͦ fielend / pursettend, bevogtetend / und besatztend die gotzhüser.
vberfall / da man einem ploͤtzlich auff denn halß kompt.