überbösen,
V.
›ein bestehendes / vorhergehendes Böses mit Bosheit überbieten; Böses mit Bösem vergelten; einem neutral oder positiv Gesehenen (personaler oder sachlicher Art) mit Bosheit begegnen, entgegentreten; etw. verschlechtern‹.
Syntagmen:
j. ein weib, js. diener, das volk, das wort (Christi), das unglük ü
.
Wortbildungen:
überbösern
›Böseres draufsetzen‹ (absolut); ›(den Wein) verderben‹.

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
867, 18
(
Lübeck
1639
):
Geraͤth das nicht / so geraͤth ein anders. Man muß vberboͤsern.
Luther, WA (
1529
):
Weil sie widder Christum so trefflich zornig und boͤse sind, das sie sein wort und diener uberboͤsen.
Ebd. (
1532
):
Denn jch weis, das mirs die welt nicht bezalen sol noch kan, Aber so bose sol sie nicht sein, das sie mich uberboͤse.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
262, 25
(
els.
,
1362
):
Pylatus [...] leite an mit goben, mit trowende, mit bittende [...] daz er dis folk uberboͤsete vncz er sú vnder sich getwang.
Barack, Teufels Netz (
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Wer gen sinem ebengenosen | Sich des lat überbosen, | Das er nid und hasz in sinem herzen lat stan, | Der hat an ihn ain manslacht getan.
Lemmer, Brant. Narrensch.
108, 81
(
Basel
1494
):
Do was Ulysses also wiß | Das er nit nam dranck oder spiß | Biß er das falsch wib über boͤßt | Und syn gesellen all erloͤßt.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
der sauft den becher, wie er den voll gespieen, noch ain mal herauss, überbösert damit den wein und die arznei.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
[die Römer] haben das unglück mit herrengewalt überpöst.