überbringen,
V.,
unr.; in den prät. Formen
-bracht-
; relativ schwach belegt; im Einzelnen kaum sicher interpretierbar.
›jn. physisch über etw. (z. B. ein Wasser) hinweg, ans andere Ufer bringen‹; als ütr. (hier anschließbar?): ›etw. in einen anderen Seinszustand übertragen, umsetzen‹; auch: ›etw. vereinbaren, Einverständnis über etw. erzielen‹; vgl. (Präp.) 2, 1; 3.

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Conuincere. Vberzeugen vberweisen vberbringen vberwinden.
Toeppen, Ständetage Preußen
2, 523, 21
(
preuß.
,
1442
):
Keyn bederman sal uns ein sulchs [geschrey] mit worheit nymmer ubirbrengen.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe (
thür.
,
1421
):
dornoch obir etzliche jar do obirbrachte her mit dem bischoufe unde stifte zu Mentze, under deme der bischouf von Prage was, das her von deme von Mentze gesundirt wart.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
341, 26
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
sol ez denne dar zuo komen, daz er von einem andern überbraht werde, alse daz schoz, daz daz gelazen wirt von dem schiezzenden ze einem zeichen.
Ebd.
373, 19
:
swaz in den geschafenen dingen zuovelliges wesen hat, nach dem unde aber ez übergebraht wirt in got, so ist ez ein substentzeliches wesen.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Nun was das wasser gross warden, das sy das gevangen volckh in der flucht nicht alspald kunten uberpringen.