über|1rechen,
V.,
auch
überrechnen
.
1.
›etw. grob berechnen, erahnen, abschätzen; etw. nachrechnen‹; vgl. (Präp.) 2 (ütr.),
1
2.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 23,
1
2, 1.

Belegblock:

Luther, WA (
1534
):
wenn wir Christen gegenander kondten uber rechen und bewegen was wir fur schetze und uberschwenglich gut haben.
2.
›zu seinem Vorteil, falsch, leichtsinnig rechnen‹ (absolut, mit sachlichem und persönlichem Subj.); ›etw. zu teuer veranschlagen‹; vgl. (Präp.) 2 (ütr.); 10,
1
2.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): , 2, 1, , .
Wortbildungen:
überrechnung
1 ›verkehrte Rechnung‹; 2 metonymisch ›Verprassung des Vermögens‹ (in der Fügung
lustige überrechnung
).

Belegblock:

Opitz. Poeterey
56, 17
(
Breslau
1624
):
die zeit / welche viel durch Fressereyen [...] vnd sonderlich die lustige vberrechnung des vermoͤgens hinbringen.
Fischer, Folz. Reimp.
25, 143
(
Nürnb.
1479
):
Geicz uberrechet, wuchert, raubt und stillt, | Felscht moß, wog, eln, ubernimpt und spilt.
Sachs (
Nürnb.
1527
):
Weyter bedeudt des wolffes magen, | [...] | Falsch wag, leicht gwicht und kurtze eln | Uber-rechnen und uber-zeln.
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 459
.