österlich,
Adj.;
nur attributiv gebraucht. – Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
1.
charakterisiert die Zeit und Gepflogenheiten im alten Israel, die durch das Passahfest bestimmt sind; Belegblock:
daz wir ime vnd sinen genozen | ir gebeine zustozen, | daz sie it wider vnser e | an dem galgen hangen me, | wan vns die osterliche zit | also nahe ane lit.
iß nehet sich der oisterlichen zyt, | das mer das osterlam sollen essen.
Pilat erkant woll sein vnschuld vnd der Juden haß, | Wolt jnen [Jesum] auffs Osterlich Fest geben loß.
an dem xiiij. tag des moneds wirt euch die osterlich hochzeit
[
herezit der OstirnCranc
, 14. Jh.: ; nd. Bibel 1478:
hochtid des paschen; 1522:
dat paschen fest;
hoch fest OsternEck
1537: ;
PassahLuther
1545, Hes. 45, 21: ]
Siben tag wirt gessen vngeseúrtigs osterbrot. was vnd wie | Moyses vnd ouch Abraham | Vns hand gebotten, irem sam, | Das österlich fest im Tempell zeeren | Zuͦ lob dem höchsten gott vnd Herren.
2.
charakterisiert die Zeit der Auferstehung Christi unter dem religiösen Aspekt der Erlösung und Erhöhung des Menschen, als Aufruf zur Beichte, als Zeitangabe, als Zeit des Erwachens, eines neuen Lebens; tropisch auch auf die Hostie (österliche speise
) bezogen; Belegblock:
Set, der osterliche tac | Czoch an also vremde wat, | Di czwar nimmerme vergat | Und nach dem ersten siten | Wirt nimmerme versniten.
Ob jemant das sacrament der buss verachte und zu osterlichen zeiten nit gebeicht noch zum sacrament des altars gangen?
gwonheit, | Das euch zur Osterlichen zeit, | Ein gefangner wird loß gegebn.
Der HErr zu einem Tische saß, | Da er mit seinen Juͤngern aß, | Die Oesterliche Speise, | Jhr esst mein Fleisch vnd auch mein Blut, | Wiewol verborgner Weise.
[das] bedeut die dritten erscheinung des herren Ihesu, als er seynen lieben jungernn an dem osterlichen tage erschin.
Darümb so muß ich sie [dirn] ein salzen | Hin pis nach der österlichen zeit, | Denn so wil sie nit lenger pleiben meit.
setzen [...] wir, daß ain jeder unser underton [...] zu den osterlichen zeiten ainem pfarrer seine sünd beichte.
alles das da lebentig ist | frewt sich gein der lieben zeit, | elemente lachent weit | gein dem osterleichen tag.
darumb sing wıͤr recht in der osterleichen process zw lob dem wazzer, mit des ubergucz mit dem tod Christi wir wider warn lemtig
[›lebendig‹]
sein.