österlich,
Adj.;
nur attributiv gebraucht.
– Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
1.
charakterisiert die Zeit und Gepflogenheiten im alten Israel, die durch das Passahfest bestimmt sind;
zu 1.

Belegblock:

Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
1159
(
mrhein.
,
um 1335
):
daz wir ime vnd sinen genozen | ir gebeine zustozen, | daz sie it wider vnser e | an dem galgen hangen me, | wan vns die osterliche zit | also nahe ane lit.
Froning, Alsf. Passionssp. (
ohess.
,
1501ff.
):
iß nehet sich der oisterlichen zyt, | das mer das osterlam sollen essen.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Bautzen
1567
):
Pilat erkant woll sein vnschuld vnd der Juden haß, | Wolt jnen [Jesum] auffs Osterlich Fest geben loß.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
an dem xiiij. tag des moneds wirt euch die osterlich hochzeit
[
Cranc
, 14. Jh.:
herezit der Ostirn
; nd. Bibel 1478:
hochtid des paschen
; 1522:
dat paschen fest
;
Eck
1537:
hoch fest Ostern
;
Luther
1545, Hes. 45, 21:
Passah
]
Siben tag wirt gessen vngeseúrtigs osterbrot.
Wyss, Luz. Ostersp.
3600
(
Luzern
1517
):
was vnd wie | Moyses vnd ouch Abraham | Vns hand gebotten, irem sam, | Das österlich fest im Tempell zeeren | Zuͦ lob dem höchsten gott vnd Herren.
Päpke, Marienl. Wernher .
2.
charakterisiert die Zeit der Auferstehung Christi unter dem religiösen Aspekt der Erlösung und Erhöhung des Menschen, als Aufruf zur Beichte, als Zeitangabe, als Zeit des Erwachens, eines neuen Lebens; tropisch auch auf die Hostie (
österliche speise
) bezogen;
vgl. 2.

Belegblock:

Kochendörffer, Tilo v. Kulm (
preuß.
,
1331
):
Set, der osterliche tac | Czoch an also vremde wat, | Di czwar nimmerme vergat | Und nach dem ersten siten | Wirt nimmerme versniten.
Daz der osterliche tac, | Crist, verwandelt unsen sac | In ere und in czirde.
Koeniger, Sendgerichte (
rib.
,
1616
):
Ob jemant das sacrament der buss verachte und zu osterlichen zeiten nit gebeicht noch zum sacrament des altars gangen?
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Bautzen
1567
):
gwonheit, | Das euch zur Osterlichen zeit, | Ein gefangner wird loß gegebn.
Ebd. (
Nürnb.
1631
):
Der HErr zu einem Tische saß, | Da er mit seinen Juͤngern aß, | Die Oesterliche Speise, | Jhr esst mein Fleisch vnd auch mein Blut, | Wiewol verborgner Weise.
Reichert, Gesamtausl. Messe
97, 2
(
Nürnb.
um 1480
):
[das] bedeut die dritten erscheinung des herren Ihesu, als er seynen lieben jungernn an dem osterlichen tage erschin.
Fastnachtsp. (
nürnb.
,
15. Jh.
):
Darümb so muß ich sie [dirn] ein salzen | Hin pis nach der österlichen zeit, | Denn so wil sie nit lenger pleiben meit.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 570, 16
(
schwäb.
,
1588
):
setzen [...] wir, daß ain jeder unser underton [...] zu den osterlichen zeiten ainem pfarrer seine sünd beichte.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
28, 7
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
alles das da lebentig ist | frewt sich gein der lieben zeit, | elemente lachent weit | gein dem osterleichen tag.
Buijssen, Dur. Rat.
33, 32
(
moobd.
,
1384
):
darumb sing wıͤr recht in der osterleichen process zw lob dem wazzer, mit des ubergucz mit dem tod Christi wir wider warn lemtig
[›lebendig‹]
sein.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. ;
Vetter, Pred. Taulers ;
Merk, Stadtr. Neuenb. ;