öre,
das
;
zu
mhd.
œre
›Öhr‹
(),
ahd.
ôri
(
Splett, Ahd. Wb.
1, 2, 686
);
ja
-Ableitung zu vordeutschem
auzia
›Ohr‹ (
Kluge/S.
2002, 665
).
1.
›kleine Öffnung am Handende der Nadel, durch die der Nähfaden gezogen wird‹; ›Öffnung in einem Schlagwerkzeug für den Einsatz eines Stieles, für einen Werkzeugstiel‹ (z. B. der Axt, einer Haue).
Bedeutungsverwandte:
; vgl. 5.

Belegblock:

Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
76, 4
(
Frankf./M.
1568
):
Jch mach Nadel auß Eysendrat | [...] | Darnach ichs feyl / mach oͤhr vnd spitzn.
Lexer, Tucher. Baumeisterb. (
nürnb.
,
1464
/
75
):
Von einem perck eisen und steinext öer zu stecheln acht und 10 phenning.
Bartsch, Reinfrid (
halem.
, Hs.
14. Jh.
):
dur einer nâdel œre | ein kemeltier ê gienge | ê daz in got enpfienge.
Donalies, Augsb. Bibelhs.
46, 3
(
oschwäb.
,
v. 1350
):
ez ist leihter eim chemblin dvrchzgan dvrch einer nadeln ör
[
Luther
1545: Mt. 19, 24:
Nadel öhre
]
wan [...].
Rechn. Kronstadt (
siebenb.
,
1537
):
fabro, quod [...] 2 ansas vulgo yrer ad 2 kylhawen paravit asp. 4.
2.
›Handhabe an einem Geschirr, an einem Gefäß angebrachter, einem
or
1 verglichener Griff‹; als Metonymie daran anschließbar: ›Gefäß, Weinmaß‹.
Bedeutungsverwandte:
1, 1, ; vgl. 7.

Belegblock:

v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe (
thür.
,
1421
):
„Do qwam der geroste unde brachte eynen morsser uff seyme halsse unde warff on yn die wogen das om eynn ör zubrach.“ [...] man vant das der kelch das ör vorlorn hatte.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1440
/
4
):
ein zwifach vergült knorrat koppflein mit eym einfachen ör, wag 3 marck.
Harsdoerffer. Trichter (
Nürnb.
1648
):
Ohr / oͤhre Handhab einem Ohr gleichend.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
Iacinctin oren
[1475
1
:
circkel
;
Luther
1545, 2. Mose 26, 4:
schleufflin
]
mache an den seytten vnd in den obersten teilen der vmbheng.
Dasypodius (
Straßb.
1536
):
Oer / handhabe. Ansa [...]. das Oer od’ handhaben hat.
Maaler (
Zürich
1561
):
Oere (das) wie an einer gelten oder zuber. Lingula edolata. Handhab.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1523
/
7
):
sie gaben ain ören wein um 10 ℔ Perrner.
Bastian u. a., Regensb. UB
423, 22
(
oobd.
,
1375
):
Meinem swoger [...] einen flaͤdrein chopf mit einem sylbrein oͤr.