ölen,
öleien,
V.;
letzteres nur in 2 belegt.
1.
›etw. mit Öl bestreichen, einschmieren‹; tropisch: ›jn. verprügeln‹; jeweils schwach belegt;
vgl. 1.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): 1,
1
3; 7; vgl. 1, 1, , 1; 8.

Belegblock:

Fischer, Folz. Reimp.
16, 142
(
Nürnb.
um 1480
/
1
):
Sweygt, herr, mich ölten einest drey, | Solt ich sein noch ein fart geleben, | Ich müst werlich die hawt drum geben.
Maaler (
Zürich
1561
):
Geoͤlet / Mit oͤl geschmirbt. Oleo tinctus.
Oeltraͤncken / Oelen / Mit süttigem oͤl begiessen.
2.
›jm. die Krankenölung zuteil werden lassen, jm. die Letzte Ölung spenden‹;
vgl. 6.
Bedeutungsverwandte:
1,
2
1; vgl. , 18.
Syntagmen:
jn
. (z. B.
den kranken / siechen
)
ö
.; subst.:
das ölen dem pfarrer zugehören
;
der frühmesner mit ölen nichts zu tun / schaffen haben
.

Belegblock:

Voc. Ex quo I
647
(
Eltville
1467
):
Inungere olen [...] oleyen cum sacramento [...] besmirn.
Opel, Spittendorf (
osächs.
,
um 1480
):
das unser herr von Magdeburg sehre kranck was und hatte 3 doctores bey ihme und möchte uff Unser Lieben Frauen abendt oder tag geöleyt sein.
Voc. Teut.-Lat.
x viijv
(
Nürnb.
1482
):
Olen als der priester dem krancken tut. inunge͂ od’ salben.
Chron. Strassb. (
els.
,
A. 15. Jh.
):
hievon wurdent die leygen also verruͦchet, das sü [...] selber dotent das pfaffen zuͦ gehoͤret, also touffen, predigen, oleygen, und bewaren.
Felix der vierde [...] der satte ouch uf, das men alle siechen möhte oleygen, das men vor det nuwent grossen herren.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
Man oͤlet einen, der forcht des Seckels
(der fürchtet die Kosten, von einem
geitigen
gesagt).
Rieder, St. Georg. Pred. (Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
sol der mentsch nit sterben, so ist er dester e genesen so er geoͤlt wirt mit dem hailgen oͤl. und also lang so er siech ist, so ist da mit genuͦg geoͤlt; und geniset er aber und wirt er dar nach aber siech, so sol man in aber oͤlen.
Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
516, 22
(
noobd.
,
1362
):
Es sol auch der frümesser mit tauffen, peiht ze hörn, beichtten, oln, mit begrepnusse oder mit andern rehtten, di eim pfarrer von rehtes wegen zugehörn, nihts ze tün [...] haben.