sünderin,
sündersche,
Letzteres nur rib.,
die
;
deutlich schwächer belegt als
sünder
.
›Sünderin‹ in dem unter
sünder
1 belegten Sinne, aber mit einer gewissen Spezifizierung in Richtung auf: ›erotisch als freizügig geltende Frau‹; in 1 Beleg auf
hexe
1 bezogen.
Gehäuft Texte der Sinnwelt ‚Religion / Didaxe‘.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
Lk. 7, 37
(
Wittenb.
1545
):
ein weib war in der Stad / die war eine Sünderin.
Jan.-Off.
67a, 37
(
rib.
,
um 1400
):
verleen mir hude rechten ruwen | [...] | want ich eyn arme sundersche bin.
Froning, Alsf. Passionssp. (
ohess.
,
1501ff.
):
Do ich [Magdalena] dich heilant hat ußerkorn, | Do was din barmherczikeit | Mer armen sunderin bereit.
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim. (
Frankf./M.
1649
):
wann auch gelich ein Hexin / ein recht rewende Sünderin [...] wehre [...] so koͤnten dennoch jhre Besagungen falsch vnd jrrig sein.
Gerhardt, Meister v. Prag
219, 10
(Hs. ˹
nobd.
,
1477
˺):
Ihesus ging in sein haus vnd aß. vnd (sehet) ein weip was ein sunderin in der stat / vnd do sie hort das [...].
Gille u. a., M. Beheim
125, 45
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Unser lieber herr Jhesu Krist, | der hie in all seins lebens frist | mit pegirlicher kürste | Nach der pekerung aller der | sünder und sünderin vil ser | inbrünstlich hat getürste.
Voc. Teut.-Lat.
ff vjv
(
Nürnb.
1482
):
Sunderin peccatrix.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
87
(
Nürnb.
1517
):
so gee den mitteln weg: teil von einander die natur, so got geben hat, und die schuld, so die sünderin verwürkt hat.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
wie wend ir denn mir armen hingeworfnen súnderin erbernd versagen, [...], so mich min sweren schulde [...] allen menschen ze einem unwerd hat gemachet?
Er
[Seuse]
hate einest XII gemeiner súnderinn bekert von ire súndigem lebene.
Schmitt, Ordo rerum
280, 4
(
salem.
,
2. Dr. 15. Jh.
):
Publicana [...] offenbar sunderse
[dies rib., mit nd. Einschägen]
[...] offne súnderin
[dies salem.].
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
277
;
Adrian, Saelden Hort
132
;
Päpke, Marienl. Wernher ;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
3, 70
.