sänfte,
die
;-Ø, -n/–
.1.
›Sanftmut, Milde, Freundlichkeit, Güte‹ (als Haltung des Menschen); ›Ruhe, Geordnetheit, Gemach‹ (oft bezogen auf ein geistliches Leben); ›Sanftheit, Süßigkeit, Zartheit‹; Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Syntagmen:
j. s. tun, got
(Subj.) s. tragen, das herz
(Subj.) s. haben, die fliegen der unzimlichen worte
(Subj.) die s. verderben
; s
. (Subj.) [wo] sein
; die s. (der salbe) die s. (eines geistlichen lebens) sein
; j. sich js. s. überheben
; jn. durch die s. bitten, j. in s. predigen, etw. in s. tun, sich in s. geben, ein fürst mit der s. regieren (wollen)
; die s. der salbe, des geistlichen lebens
; der geist / geschmak der s
.Belegblock:
Er [got] tregt senffte und lest alle creaturn seyner senfften gute genießen.
Christus hatt auch ander werck than, als gedullt, liebe, frid, senffte, und dergleychen, die yderman thun solle.
gegen menschen gebt yhr
[Zwingli, Eck]
grosse demut, senffte vnd gedult fur, Aber gegen Gott vnd seim wort seyt yhr gleich toll vnd toricht. Denn wo ein Fuͤrst [...] mit der senfft regiern wil, da kans nicht anders sein, Es komen die groͤssesten schelcke und boͤsewichter jns Regiment.
das ich sy
[die Minnedame]
pey erst det sehen | [...] | da kund mein hertz an kainer stett | weder safft (hier ingwäönischer
n-Schwund)
noch rúwe gehaben. Ich kum zuͦ euch in der ruͦte
.
oder in der lieb vnd in dem geist der senfte [Var. 1475
sanfftmútigkait2
–1518: ;
sanfftmütigem GeistLuther
1545, 1. Kor. 4, 21: ].
da fride und senfti ist, da wil únser herre reden mit der sele.
Wiltu mit ynen
[den
pfaffen]
handlen, thu es mit gottes wort, das predige ynen mit zcungen vnd feder, [...], vnd thu das in senfte vnd demuͦt. die sterbenden fliegen verderben die saͤnfftin der salben. [...] Aber die saͤnftin der salben ist die ruͦw und saͤnfftin / aines gaystlichen lebens.
Enders, a. a. O. ;
Bedeutungsverwandte:
.Belegblock:
Syntagmen:
j. eine s. machen
; jn. in einer s. tragen
; die s
. (Subj.) aus holz
.Belegblock:
DEr könig Salomo lies jm eine Senffte
[
betleinMentel
1466: ;
bettstattFroschauer
1531: ;
tragbetlinEck
1537: ]
machen von holtz aus Libanon. Claudius der keyser hat von der kunst zu spilen im pret ein buͦch gemacht / darzu er so begirig gewest ist / das er auch in der senfften so er getragen worden ist / gespilt hat.
Bald ließ der alt ein senffti oder ein rossbar machen / damit er den jungen vollend gen Lisabona bringen moͤcht.
Lazarus wirdt entlich auch ein Bapst / das jhn die Engel in jhrer senfften tragen.
[Kaiser Ferdinand III. befiehlt der innerösterreichischen Hofkammer,]
zwai musicalische instrumenta [...] auf den sessl- oder senftenstangen ehestens an den kaiserlichen Hof nach Wien befördern zu lassen.