sächsisch,
Adj.
– Der geographische Raum, auf den die einzelnen Aussagen mit dem Adj. Bezug nehmen, ist nicht eindeutig zu bestimmen, da die Bezugsgröße verschiedene historische Herrschafts-, Sprach- und Rechtsräume bezeichnet.
1.
›zu
sachsen
(im Sinne einer geographisch, kulturell, rechtlich oder sprachlich gedachten Größe mit identifikatorischem Potential) gehörend‹; ›in
sachsen
entstanden‹; ›
sachsen
betreffend, für
sachsen
geltend‹; ›auf
sachsen
bezogen‹; speziell: ›den Geltungsbereich des Sachsenspiegels, des sächsischen Landrechts betreffend‹ (vgl. mit weiterer Ausdifferenzierung im rechtlichen Bereich).
Zur Sache:
Lex. d. Mal.
7, 1240
f.

Belegblock:

Hertel, UB Magdeb. (
nd.
/
omd.
,
1494
):
sunderlich in lantleuftigen sechsz schen rechten offentlich verordent.
Luther, WA (
1528
):
Das ander stuͤck Christlicher freyheit ist, das [...] Christen muͤgen brauchen gerichts ordenung aller Lender, Die Sachssen Sechsische Rechte, Die andern Roͤmische Rechte.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
154, 31
(
thür.
,
1474
):
als sich daz nach aussatzunge des landtlaufftigen Sachsisschen rechten zu thun geburt.
Küther, UB Frauensee
413, 37
(
thür.
,
1540
):
zudem das furstenthumb zu Hessen gleich sowoll als die sächssischen [...] lande darinnen bedacht unnd versorget werdenn.
Voc. Teut.-Lat.
bb vv
(
Nürnb.
1482
):
Sachßisch. ein ding auß sachsen.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 56, 28
(
Hagenau
1534
):
Selbs ist der man. Diß ist ein alt Sechsisch sprichwort.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Solte ein gueter sessischer schwank sein.
2.
›aus
sachsen
stammend‹; ›zum Volk, zur
nation
(vgl. 1) der
sachsen
gehörend‹; ›im Herrschaftsbereich der
sachsen
ansässig‹; kennzeichnet die territoriale oder (vermeintlich) stammesbezogene Zugehörigkeit einer Person.
Bedeutungsverwandte:
(Adj.) 3.
Gegensätze:
1.

Belegblock:

Küther, UB Frauensee
384, 23
(
thür.
,
1528
):
eynn sechsischer wildtknnecht.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1491
):
die beyrischen, sächsischen, praunschweigischen fürsten [...] mit irem adel und auch lantschaften, auch mit den bischofen derselben land, [...] solten die hilf gen Ungern tun.
Qu. Brassó
4, 223, 5
(
siebenb.
,
1633
):
Welche erzählte Personen [...] beider Seitlinien alle sein aus rechter teutscher saxischer Nation, aus unbeflecktem Ehebett entsprossen.
Ebd.
5, 508, 8
(
1614
):
Dies erschrecklich Exempel [...] hat uns beweget, dass mir nix noch Leib, Bluet und Guet gefraget, sondern freiwillig zum Heil und Bleiben der Saxischen Nation dargewaget.
3.
›in
sächsischer
Sprache; in der Mundart der
sachsen
‹.
Bedeutungsverwandte:
, 6.
Gegensätze:
vgl. (Adj.) 2.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
588, 2600
(
Magdeb.
1608
):
[Die
Scyther
]
Waren vhralte Deutsche Leut / | Brauchten Saͤchsische Sprach die zeit.
Opel, Spittendorf (
osächs.
,
um 1480
):
Hedrich [...] wuste und kunde wol reden uff sechsisch.
Reithmeier, B. v. Chiemsee (
München
1528
):
Dann spoetlich vnd veraechtlich waere, gotliche hohe ambt, auszefueeren in barbarischen groben sprachen die vnder jnselbs vngleich seinn, als bayrisch vnd saexisch.