subtilität,
die
;
–Ø/-en
.
1.
s. 1.
2.
›pädagogische und wissenschaftliche Genauigkeit, Exaktheit, feine Differenzierung; kognitive Fähigkeit e. P.; abwägendes Wissen und Handeln‹ als Fähigkeiten, die einige Menschen (z. B.
schullerer
, die Vertreter der
astrologei, oberkeit
) vom
firmament
,
aus eigner natur
haben (und andere nicht); als Metonymie: ›Feinheit der Sachverhalte, die sie untersuchen‹;
vgl. 4; 5.
Bedeutungsverwandte:
3, , , .

Belegblock:

unßer schullerer habenß mit grossen subtiliteten hyn und her trieben, das sie es iah begriffig machten.
M. Cunitia. Ur. Prop. (
Öls
1650
):
Meine durch solche subtiliteten schon außgearbeitete Tabeln uͤberschreiten nunmehr die andern scrupel nicht.
Sudhoff, Paracelsus (
1537
/
41
):
dieweil der mensch ein angeborne natur hat vom firmament, aus eigner geburt zu finden die subtiliteten oder anders und in das geboren wurde, als Christus der auch in das geboren ist, also auch Judas in das sein.
Jörg, Salat. Reformationschr.
328, 16
(
halem.
,
1534
/
5
):
die uß rechtemm unverstand sich allweg widersetzend / aller oberkeytt / subttiliteten / verstand und wisheytt uß nydigem verbunst.
Heydn. maister
18r, 22
(
Augsb.
1490
):
Diser [Anaximander] hat geschriben von der nature der himel vnd beweglicheit der hÿmelÿschen sper. von dem lauf des gestirens. vnd von dʼ natur dʼ ding auff dʼ erden. vnd ist gewesen eĩ erfündʼ grosser subtilitet vñ kluͦckheit dʼ astrologej.
3.
›hohe kognitive Fähigkeit im Sinne von Ansatz 2, die sich aus schlauen Verfeinerungen ergibt, sich mit stilistischen Kunstkniffen übersteigt, sich dadurch selbst aufheben, in ihr Gegenteil verkehren und (z. B.) in
unwarheit
münden kann‹;
vgl. 6.
Gegensätze:
5, , .

Belegblock:

Sudhoff, Paracelsus (
1528
):
hierin wird auch nicht betracht, das die medicin auf die warheit gestelt ist und nicht auf die subtilikeit.
Ebd. (
1529
):
dieweil [...] der gmein arzt [...] weiß bei inen den unverstand, so gibt er seiner grobheit recht und macht ein liecht der subtilitet daraus.
Ebd. (
1531
/
5
):
der mercurius wird so hoch in seiner subtilitet, das er zu hoch steigt und dardurch den gehen tot macht aus zuvil subtili.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1461
):
deshalben wäre nit not, ain falsch ze treiben, und schampten uns, samlicher subtiliteten zuͦ geprauchen, als man sich gegen uns befleist.
Rot
354
(
Augsb.
1571
):
Subtilitet, Subtiligkeyt / geschwindigkeit / geschmeidigkeit / geschmeidige weiß.