stürzel,
der
;
–/-n
.
1.
›Sturz, Balken, Steinblock (über baulichen Öffnungen, z. B. Fenstern, Türen, Kaminen)‹;
vgl. 3.
Bedeutungsverwandte:
, , ; vgl. .

Belegblock:

Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
1539
?):
Ieder einliechtiger stürtzel zu einem fenster, der dry schuch lanng ist, soll geltenn 4 ß, vnnd der simpsen zu diserm fennster giltet 3 ß.
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
704, 10
(
halem.
,
1606
):
Kemyna stürtzel und käpfer im Gurten.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
der alt herr Johanns [...], so [...] ein camin zu Seedorf im schloss uferbawen, daran er an ain waldstein den sturzel hat lassen zieren und die zwai wappen Zimbern und Werdenberg daran hawen.
2.
›Stamm, Stängel, Asttrieb eines Baumes oder einer Pflanze; Grünzeug‹; in den Belegen jeweils wertend gebraucht.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): 1, 1; 2,
1
1, 1.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. (
preuß.
,
um 1330
/
40
):
Dû [Criste] snit abe sîne [des wingarten] sturziln | und pflantztis sîne wurziln.
Pyritz, Minneburg
2238
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Also bistu, Mynne zart, | Ein baum uz nutzes wurtzeln | Gewachsen; aber die sturtzeln | Und sußen este, die uz im ragen, | Geren keinen nutz zu tragen.
Sachs (
Nürnb.
1540
):
Ein krot lag an des salven wurtzel | Die het vergifft des salven sturtzel.
Ebd. (
1553
):
Ich glaub, er hab heilsame wurtzel | Mit sambt dem kraut, stengel und sturtzel | Dem weyb gehalten für die nasen | Und hab sie darzu schmecken lassen.