stümpler,
stümper,
der
;–/-Ø
;Dwb
(10, 4, 420 und 482) Ansatz zweier Stichwörter mit semantischen Nuancierungen.›Person, die den beruflichen Qualitätsansprüchen, ideologischen (speziell: den konfessionellen) und charakterlichen Wertungen eines Urteilenden nicht entspricht und deshalb der Abwertung unter den jeweils argumentationsrelevanten Aspekten unterzogen wird‹; im Einzelnen: ›Pfuscher‹; ›aufgeblasener, dummer Schwätzer‹; ›Verleumder‹; ›Betrüger, Gauner‹.
Phraseme:
die stümpler oben aus sein
›das große Wort führen‹.Syntagmen:
das handwerk stümpler haben, stümpler nicht gestatten
; vor den stümpern nicht sicher bleiben, der stümpler des handwerks, der sprache
; der rechte stümpler
; ich / du stümp(l)er
; die arzenei der stümpler
.Wortbildungen:
stümmern
stümpeldeutsch
stümpelei
stümplerei
stümpelkrämer
stümpeln
stümpelwerk
stümpelwirt
Belegblock:
Ein jeder Handwerck vnd handel hat seine Stuͤmpler vnd Stoͤrer.
Du must aber die spruche und lere von wercken nicht so ansehen, das du den glawben davon sonderst, wie sie unser blinden lerer stuͤmpeln, sondern altzeit jnn den glauben zihen.
werden so viel humpler, stumpler, das sie sich nit haben wollen zihen lassen, oben aus und nicht unterthan sein.
Der gut Homerus auch wol stuͤmmert, | Vnd der sich auff das hoͤchst befleißt, | Offt selb in seine weißheit schmeißt.
Du stümpler, du hettest müßen ein bettler sein, wenn ich [ein reich weib] dich nicht genommen hett.
Do habe ich stompper gedocht: Reÿtestu nicht, so dy dÿner, dÿ worde hynndene noch sprechin: „Irsame hern, was sal ewch der dÿner?“
da ruffet dy ganss: ‚gag gug gag! | ai, daz perüret ach mein klag. | wann ich vor salchen stümpern | Auch nümer sicher pleiben kan.
Du federklauber, orenkrauer, blodrer und todrer, | Du stumpler, petler, schwadrer, rodrer.
Das sind die handwercks-leut. | Den zwecht man ab ir stümpelwerck, | Ir loß arbeyt und hümpelwerck.
Vil hauffen-wercks dw aushin suedelst, | Auf das geringst, stüempelst und wuedelst, | Darmit petreugst die leut an laügen.
damit sie [Sprach] rein vnd lauter auff vnsere Nachkommene kommen moͤge / vnd sie nicht uͤber vns dermaleinest klagen / vnd vns vor Verderber vnd Suͤmpler der einen Teutschen Sprach außschreyen.
Wann wir vns nun recht darinnen vmbsehen / so finden wir auch eine grosse stimpeley der teutschen Sprach.
ist mer nutz in dem capitel, dan in der ganzen Galenischen, Avicennischen und andrer stümpler wuntarznai.
befohlen, den bisherigen
stümpelwirt abzustellen (Regestbeleg).
was großer unordnung, mißhaͤll und unglychheit sich under inen von wegen etlicher stümpleren zimmerhandwerchs, [...] zuͦtrage.
Es söllend ouch keine [...] stümpler und die das hantwerck nit gelernet, gestattet - - - werden.
Die froͤmbden und heimschen hutten und kraͤtzen trager und ander unnütz stümpelkraͤmer gsind soͤllend durch unsere amptlüt allerdings abgeschaffet [...] werden.
si halten aber mer auf ir stimplerei, auf ire aigne aufsetzung und menschlich gebot.
Ich sorg, das ir noch mancher sey, | Der ain andern haist ain himpler, | Der selbig ist ain rehter stympler.