stükwerk,
das
.
1.
›jede wirtschaftliche Tätigkeit, Handlung, auch: jede höhere, z. B. erkenntnisbezogene oder religiöse Befassung, die von einem Höhergestellten an einen niedriger Eingestuften vergeben, vermittelt und von Letzterem nach Stückzahl (oft gegen Unterbezahlung) oder höheren Ansprüchen nicht genügender, unvollkommenerweise, geleistet wird‹; auch auf die defizitäre Seinsstufe menschlicher Erkenntnis gegenüber göttlicher Vollkommenheit bezogen;
stükwerk
unterliegt generell einer negativen Wertung; vgl. am ehesten 3d.
Bedeutungsverwandte:
7.
Wortbildungen:
stükwerker
(dazu bdv.: 2, 8).

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
24, 18
(
Magdeb.
1608
):
das man [...] fast keine Predigt hoͤren / keine Postill lesen wil / die nicht aus dem Theatro vitæ humanæ, Promptuario exemplorum, vnd dergeleichen stuͤckwerck / mit wunderlichen Historien / viesirlichen Fabulen / vnd vnerhoͤrten gleichnussen / wie ein Betlermantel verplezet ist.
Helbig, Qu. Wirtsch.
1, 85, 30
(
md.
,
1459
):
es mag auch ein itzlich meister stuckwerck gebenn, wem das not ist.
Loesch, Kölner Zunfturk. (
rib.
,
1397
):
sowilch knecht of mait an disme ampte stuckewerk machen wuͦlden ind neit langer dienen, die solen mallich zwene gl. dem ampte geven ind damede ir ampt untfangen.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
1, 136, 31
(
hess.
,
1589
):
Ein gesell aber, so stückwerck machen kan, dem soll der meister die wuchen sieben patzen [...] zu geben schuldig sein.
Ebd.
290, 25
(
1531
):
Was aber die gesellen anlanget, so stuckwercker ganant werden, denselben mag man umbschauwen und sy einbringen, wohin [...].
Ebd.
465, 29
(
1476
):
irrunge [...] umb das ettlicher eynen, der des hantwercks nit was, stuckewerg zu arbeiden geben hat.
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 235, 13
(
omd.
,
1427
):
kein meister sal synen gesellen stugwerg czu arbeiten gebin, sunder her sal ym syner arbeit by wochenczal lonen.
Sachs (
Nürnb.
1526
):
wo er
[bezogen auf Kaufleute, Händler]
einem borgen soll, | So saltzt er ihm das pfenwert wol. | Und wo er selb pfenwert einkaufft, | Den armen stückwercker er raufft.
Ebd. (
1524
):
kauffherren [...], die da drucken ire arbeyter und stückwercker; wenn sie inen ir arbeyt und pfenwerdt bringen oder haimtragen, da tadeln sie in ir arbeyt auffs hinderst, dann steet der arm arbeyter zitrent bey der thür.
2.
›Bruchteil, Bruchstück, Fragment einer Gesamtheit‹; vgl. 3d; 4.
Bedeutungsverwandte:
1
.
Wortbildungen:
stükwerkisch
›partiell, teilweise‹.

Belegblock:

Luther, WA (
1525
):
das mans mehr opffer heyssen solle solche stuͦckwerck und lappwerck.
Ebd. (
1527
):
Nostri iusticiarii habent eyn betlische und stuckwergische gnugthung vor eyne ßunde, caetera non cognoscunt.
Ders. Hl. Schrifft.
1. Kor. 13, 9
(
Wittenb.
1545
):
DEnn vnser wissen ist stückwerck
[
Mentel
1466:
vom teil
; nd. Bibel um 1478:
vnvullenkamenlick
]
/ vnd unser Weissagen ist stückwerck.
Ebd. Marg. d:
(Stückwerck) Wiewol wir im glauben alles haben [...] So ist doch dasselbige erkennen noch stückwerck / vnd unuolkomen gegen der zukunfftigen klarheit.
Pfefferl, Weigel. Gn. S. 
188, 11
(
1615
):
Dann das halbe oder stuͤckwerck / mag nicht von jhme selber seyn / darumb muß das gantze / vnd vollkommene nothwendig seyn.
Trunz, Meyfart. Tub. Nov.
81, 22
(
Coburg
1626
):
Das 3. so wir an den Außerwehlten in acht zu nehmen ist Scientia, die Wissenschafft / welche in diesem Leben nur Stuͤckwerck ist.
Sachs (
Nürnb.
1567
):
Und ist all sein klugheit stückwerck, | Sein weisheit her von dem gauchberg.
Zwingli, Sämtliche Werke
2, 794
(
halem.
,
1523
):
Got hat üch alle ding zuosamen gesetzt in Christo Jesu. Da findend ir alles das, so ir bedörffend, by einandren samenhafft. Stuond ab von dem stuckwerck! Louffend zuo dem rechten, volkummnen brunnen!