stücken,
V.
1.
›(Bäume) abschlagen, entästen; (den Wipfel von Bäumen) abschlagen‹; auch: ›etw. (eine Waldfläche) roden‹;
vgl. 1.
Bedeutungsverwandte:
vgl. ,
1
1, ,
1
4, .
Wortbildungen:
stückung
(dazu bdv.: ).

Belegblock:

Bernoulli, Basler Chron. (
alem.
,
1494
):
Das Karstholz stuckt man in den selben jor.
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
2, 252, 27
(
halem.
,
1508
/
16
):
Uff dis antwurt ward der herzog erzürnt und liess vil nussbuͦm um die stat stüken und bracht etlich karen mit helsingen für die stat.
Maaler (
Zürich
1561
):
Abstümlung (die) Stückung. Decacuminatio.
Stucken / Ein baum stucken. Detruncare.
2.
›jn. / etw. (als Ganzes Gedachtes) unter Anwendung von Gewalt in Stücke zerschlagen, teilen‹; ›jm. etw. durch einen rationalen Eingriff zum Zwecke besserer Behandelbarkeit / Handhabbarkeit untergliedern‹; im Einzelnen (in jeweils schwacher Belegung): ›jn. (z. B. einen
mörder
1; 2) in Stücke hauen‹; ›jn. (aus seiner Einheit) herausnehmen und wohin beordern, abkommandieren‹; ›(einen Fisch) kleinhacken‹ (zur Essenszubereitung); ›etw. (z. B. js.
werk
) stören‹; ›etw. (einen komplexen Inhalt, einen Text) untergliedern‹ (um ihn besser behandeln zu können); ›(Wörter) artikulieren, gegliedert aussprechen‹; das Part. Prät. (
gestükt
) ist ansatzweise lexikalisiert: ›verstümmelt, unvollständig‹ (von einem
manual
); ›halbherzig‹ (im Unterschied zu
ganz
1; 2; 3); ›aneinander geheftet‹ (von Stücken eines
tuches
1 gesagt); ›bunt geziert, aus unterschiedlichen Teilen zusammengesetzt‹ (von einem
schild
); vgl. 1; 3d; 4; 5.
Bedeutungsverwandte:
20, , 1.
Wortbildungen:
gestückecht
(vom Schild gesagt),
stückeln
›etw. (z. B. einen Stein) zerschlagen‹; speziell: ›bei der Münzprägung abfallende Metallteile so sortieren, dass sie für weitere Prägungen nutzbar sind‹ (anders:
Matzel u. a., Spmal. dt. Wortschatz.
1989, 297
),
stüklauch
›Schnittlauch‹ (wohl Lehnübersetzung von lat.
Porrum sectile
;
Marzell
1, 209
; dazu bdv.: ),
stükmesser
(dazu bdv.: , , ).

Belegblock:

Luther, WA (
1530
):
de quo multa praedicanda. Cum .3. dies zu handeln, wollen wirs stuͤcken.
Ebd.
406, 29
(
1532
):
weil sie [Juͤden] leren nur jre freunde lieben [...], Denn das ist eine gestuͤckte odder geteilte und nur ein halbe liebe.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
669
(
Köln
1476
):
Vyt der stat synt zwen gefeylycht ind ouch dar to gestuckt, | Dye thor vyandt grauen dye doeden hant angeruckt, | Dye man dar myt groyten heuffen all tho der gracht bestalt.
Ebd.
1603
:
dat sy day myt stuyckten | Der vyand werck ind vpsettzen.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
1449
/
50
):
4 flaischacker mit allem irm zeug. item 2 parten, 2 stückmesser sullen sie auch haben.
Hampe, Ged. v. Hausrat
3, 3, 13
(o. O.
um 1480
):
Sust wer offt warmes wasser teur | Hackmesser stuckmesser hackbret.
Voc. Teut.-Lat.
h iiijr
(
Nürnb.
1482
):
Fleischmesser kochmesser stuckmesser oʼ fleißpeihel.
Buck, U. v. Richent. Chron. Conz. (
alem.
,
um 1430
):
Uff derselben stang was ain großer michler hût von tûch gemacht, das was rot und gel gestüket
(hier von den Teilen auf das Ganze gesehen).
V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
haben einer loblichen stat Bern êrsam regiment verwalten hie volgende raͤt und burger, uss gestuktem manual zuͦsammen gelesen.
Maaler (
Zürich
1561
):
Stucklauch / das sich von einandern schelt und spalt / Spaltlauch. Sectile porrum.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
er [sitich] hât ain grôz prait zungen und dar umb macht er auch gestuckteu wort sam ain mensch.
zeuch im
[dem
Æl
]
die haut ab und stuck in denn in ganzeu stuck nâch der leng und stüpp diu stuck mit guoten edeln würzen klain gestôzen.
der [stain] hât die art, daz er ganzer in dem wazzer ob swimmt, und sô er gestückelt wirt, sô vellt er ze podem.
Bastian, Runtingerb.
2, 252, 21
(
oobd.
,
1396
):
Vind ich icht under den abschroten, di ich doch behalten wil, daz sullen si mir stükchln und praitten, alz ez in di muͤnisse gehort zu helbling.
Seemüller, Chron. 95 Herrsch. (
oobd.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Abrahams wappen von erb waren die: er furt auf dem helm ain rüssein haubt, [...], und ainen gestukchten schilt.
Brévart, K. v. Megenberg. Sphaera
20, 5
(
noobd.
,
1347
/
50
):
Der ebennehter ist ain zirkel oder ain kraiz, der speram in zwai geleichen tail stukt.
Ebd.
24, 16
:
ain iegleich minut tailt sich in sehtzig andertail; ain iegleich andertail stukt sich in sehtzig drittail.
Niewöhner, Teichner
697, 44
(Hs. ˹
moobd.
,
3. V. 15. Jh.
˺):
tut man dann dye moͤrder stucken | auff dem rad, so wär des not.