stössig,
Adj.
1.
›stoßend (mit den Hörnern, von Tieren gesagt)‹, mit Öffnung zu: ›geil, wild‹; hier als Ütr. anschließbar: ›gewitterhaft‹ (vom Wetter); Gegensätze:
.Belegblock:
Ob ein gehoͤrnether ochs oder ein stoͤssiger angreifft
[
stössetLuther
1545, 2. Mose 21, 28: ;
mit dem horn schlechtEck
1537: ]
ein man. oder ein weip. Ein (stoͤssiger) bock [...]. Ein (stoͤssiger) Ochs.
2.
›umstritten, strittig (von Gütern o. Ä.); anfechtbar, appellabel (von Urteilen)‹; Wobd. / oobd.; Rechts- und Wirtschaftstexte.
Belegblock:
daz in diu pfant, diu stoͤzzig sint, ine werdent gar und gaͤnzlich.
Die vrteilen, die in diesem gedinghof stössig werdent [...], die zücht man in die geding ze Mure.
wer, das urteilen hie stoßig wurden in disem hof, die sol man ziehen gen Stampfibach Zúrich.
3.
›uneins, im Streit liegend, verstritten‹ (von Personen); in der Regel auf rechtliche, soziale, wirtschaftliche Verhältnisse bezogen und dementsprechend verbal ausgetragen, vereinzelt auf Schlägereien bezogen; auch: ›unwirsch, aufmüpfig‹; auch: ›widerborstig, stößig‹ (von Zugtieren); Gehäuft obd.
Syntagmen:
mit jm. s. sein / werden, miteinander / untereinander / gegeneinander s. sein / werden, j. und j. s. sein / werden, an der urteil s. werden, eine stat mit der anderen stat s. werden, jn. s. machen
.Belegblock:
do worden dez pfalzgrofen knaben herzog Ludwigs von Heidelberg mit dez konigez knaben stossig in der trenk und slügent do an einander.
Nu lit aber ein verborgne stoss hier inne, der mengen menschen stoͤssig machet.
wurden aber die vier [man] stoͤssig, glich zwein gegen zwein, so sol der kleger ein gemeinen nemen, ob [...].
wurden die von Sanen in künftigen ziten dheinest irrig oder stößig mit den von Wallas umb dhein sach, daß [...].
das alle unser richter daruf wissen ze ertailen und an der urtail nit stoͤssig werden.
artikell des geberbs weins und getraids, darumb der obgenant abt und die stet stossig sind.