stulräuber,
der
;
–/-Ø
.
›von gehobener wirtschaftlicher und sozialer Position (von
herren, grafen, fürsten
), unter Nutzung rechtlich möglicher Verhältnisse, aus vorgeblich christlichen Motiven zu seinem finanziellem Vorteil, auf Kosten aller anderen Handelnder; Wucherer, Finanzhai‹; an keinen der Bedeutungsansätze von
stul
direkt anschließbar.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): , , 2, 1; 3, , .

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
428, 28
(
Lübeck
1639
):
Stulrauber vertewren die Wahren / vnd vbersetzen alle Feilschafften / gegen Verwandte vnnd Freund / gegen einheimische vnd frembde.
Ebd.
924, 7
:
Wucherer sind Moͤrder / Stulreuber / Weltfresser.
Luther, WA (
1530
):
Lere, die da unterricht gebe, wie man alles zu sich scharren, kratzen und wuchern moͤge und unter dem schein und deckel des Euangelij wuͦcherer, Geitzhelse und Stulreuber sein moͤchten.
Ebd. (
1537
/
40
):
lobliche herrn, fursten, grafen und so rein, das es alles recht ist, was sie thun. Mitlerweile reissen sie armen und reichen das marck aus den beinen. [...]. Das sind heimliche Stuelreuber, der do heimlich stiltt, was sonst einer offentlich thut.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
[Kauffleut] machens auch so gar vnsauber, | Das man sie schilt vor Stulrauber.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 9, 27
(
Hagenau
1534
):
Juden / Stulreuber / Weinhecker / Schiffleutte / Kriegßvolck / Kinder / Weiber / Reutter / und die / so die Fürsten und Herren als hoffgesynde brauchen.