sträussen,
V.
›(den Haarschopf) in die Höhe richten‹ (als Modetorheit); ›(die Bürsten) aufrichten‹ (vom Igel gesagt); ›sich aufblähen‹ (vom Frosch gesagt); zu diesen Gebräuchen als Ütr. anschließbar: ›sich brüsten, sträuben, aufplustern, zeigen, sich querstellen; sich gegen jn. erheben, sich jm. widersetzen, e. P. / e. S. widerstehen, sich e. P. zum Kampf stellen‹; vgl.
2
I, 1; 2; 3; 4.
Obd.
Syntagmen:
der igel die bürsten s., sich wie die tiere s., die sinlichkeit sich s., die Limmat sich s., j. sich jm. nicht s. dürfen, sich gegen jn. / jm. s., sich vor zorn s., sich wieder got, die erbarkeit s., die gallier sich wieder das römische volk s
.
Wortbildungen:
sträusse
›widerborstig, aufmüpfig‹.

Belegblock:

Sachs (
Nürnb.
1562
):
Habt einerley sinn allesander, | Seid nicht strewsig unter einander.
Rieder, Gottesfr. (
els.
,
n. 1390
):
wanne woltent die pflegere sich vaste strússen und unfrúntliche geboren und den orden vil bekúmbern und besweren mit unredelicher vorderunge und anesproche, do sú nút reht zuͦ hettent: so [...].
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
Sobald der Her der Suͤnden kumpt mit seiner Anfechtung, so struͤssen wir unß wider Got.
Goedeke, Fischart. Schiff
233
(
Straßb.
1576
):
Die [Limmat] wolt sich erstlich etwas straussen | Erzaigt sich wild mit rauschen, braussen.
Ebd. Schiff/Kehrab,
10
:
man sol solchen plaudrern | Den pleuel um den kopf wol schlaudern, | Und inen mit dem kolben lausen, | Damit sie sich so heftig strausen.
Ebd.
331
:
wann sich der frosch will streussen | Gen dem ochsen, muß er zerreißen?
Goldammer, Paracelsus.
7, 224, 4
(
um 1530
):
gott ist dér gemeinde nit anhängig, die sich streußen gegen irem herren.
Maaler (
Zürich
1561
):
Sich Streüssen wie die zornigen thier. Horrere. Sich gegen einem Streüssen / jm einen widerstand zethuͦn. Cornua tollere in aliquem. Sich vor zorn Streüssen. Inhorrere. Sich wider einẽ Streüssen oder erheben. In aliquem erigi.
Wyss, Luz. Ostersp.
3, 88, 92
(
Luzern
1616
):
Mancherley kröß, puschet vnd krüst, | gerörlett vnnd mit spitzlenen gstrüsst
(so Lucifer über die Kleider der Menschen).
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
der hausknecht war bezecht und gar hoch streuss.
da er [abt] nit gleich der schnur nach, [...], handlete, so trawten sie [die münch] im und streusten sich.
der prætor [...] het aber von forcht wegen sich gegen dem Saxen nit streussen dörfen.
Ruh, Bonaventura
327, 20
(
oschwäb.
,
2. V. 15. Jh.
):
Zuͦ dem andren volget hertigkait, die ist ain strüssen des gemütz, die do zempt vnd trügt alle begierd vnd schickt die sell vnd hitzet sie zu liebe der hertigkait.
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß .