rütteln,
V.
›jn. oder etw. zu einem bestimmten Zweck (heftig) hin und her bewegen, schütteln (z. B., um etw. zu öffnen, zu verdichten, um jn. zur Raison zu bringen)‹; ütr.: ›etw. aufrühren, zur Sprache bringen‹; ›jn. erschüttern, aufregen‹.
Phraseme:
unflat rütteln
›Unangenehmes aussprechen‹;
eine sache rütteln
›etw. anstoßen, anzetteln‹;
sünden und laster rütteln
›Sünden und Laster thematisieren‹;
jn. mit steinen rütteln
›jn. mit Steinen bewerfen‹ (ütr.).
Bedeutungsverwandte:
, , , ; vgl. , 2.
Syntagmen:
j. jn. r., hin und her r., etw
. (z. B.
den bienenkorb / nusbaum, die ladung
›Treibladung‹,
das fruchtmas, die mauern / türen / würfel
)
r., der teufel die herzen r., etw. r.
; als part. Adj:
das gerüttelte mas
.
Wortbildungen:
rüttelbecher
›Würfelbecher‹,
rüttelscheibe
›Teil eines Mühlwerks‹.

Belegblock:

Luther, WA (
1544
):
Ein voll, getruͤckt, geruͤttelt und uberfluͤssig mass wird man euch geben.
Ebd. (
1527
):
der teuffel, der lust hat die hertzen zu ruͤtteln allenthalben.
Das wil ich darumb gesagt haben, das man sehe, was die splitter richter dran gewinnen, wenn sie jhren unflat ruͤtteln.
Ebd. (
1524
):
mit neuem Material hat sie Spitta [...] zu einem festen Gebäude ausgestaltet, an dessen Mauern nicht mehr zu rütteln sei.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
Hie stehstu allzeit vor den Leuten, | Die dich alltag mit Steynen ruͤtlen.
Stedtfeld, Roger-Glosse
103
(
omd.
, Hs.
15. Jh.
):
czweÿne man sullen en rutteln hen vnde her.
Maaler (
Zürich
1561
):
Rüttelbaͤcherle / Darinn man die würffel rüttlet ee man sy in die brennten oder in das braͤttspil wirfft. [...]. Ein sach also Rüttlen vnd anzettelen / das ein schlahens darauß wirdt.
Suͤnde vnd Laster (ruͤtteln) suͤnd vnnd Laster nicht verschweigen / sondern straffen.
Zingerle, Inventare (
tir.
1489
):
Ain kambprad zu ainer hanntmül, zwen mülstain, ain rütlscheib.
Wyss, Luz. Ostersp.
3, 29, 2
;
Kottinger, Ruffs Adam ;
Bauer, Geiler. Pred.
469, 2
;