rülz,
der
;
–/-en
;
zur etymologischen Einordnung s. .
1.
›Rülpser, lautes Aufstoßen‹.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
374, 3585
(
Magdeb.
1608
):
[der Magen] Kroch zusamen / hub seinen Grund / | Mit Schleim vnd Gall zum Magenmund / | [...] | Er flucht auch grob mit manchem Ruͤltz.
2.
›ungehobelter Mensch, Rüpel‹; als tropisch von 1 auffassbar.
Bedeutungsverwandte:
, 4, , (
der
) 1, , 5, .
Wortbildungen:
rülzipal
›Bauer, Rüpel, der sich gelehrsam gibt‹ (wortspielerische Verbindung aus
rülz
und
principal
).

Belegblock:

Luther, WA (
1524
):
soll man denn zu lassen, das eyttel ruͤlltzen und knebel regiren, so mans wol bessern kan.
Ebd. (
1525
):
Keyn ruͤltze ist itzt so grob, wenn yhm was trewmet odder duncket, so mus der heylig geist yhm eyngeben haben, und wil eyn prophet seyn.
Ebd. (
1532
):
das fichtet mich nicht seer an, das ein Ruͤltz odder toͤlpel lestert odder ein unadelicher Scharrhans poltert und scharret.
Schade, Sat. u. Pasqu. (
md.
1521
):
die pfaffen [...] heißen uns grobe rülzen und knotasten, haben uns auch anders nit dann wären wir unvernünftige tier.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Frankf.
1545
):
Die Frau hieß den jungen Bawern essen und trincken. Er sprach: ,Eß ich doch wie eyn Sau [...]‘. Der Hoffmeyster sprach: ,Ei du grober Ruͤltz [...]‘.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
man findt gar selten | Von solchen groben Ruͤltzen [Bawren] einen, | Ders hertzlich vnd mit trew solt meinen.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth (
Frankf.
1563
):
Ja, sprach er
[Fürst]
zuͦ seinem rultzipal, wie dunckt euch? es gefellt meiner frauwen auch nicht übel.
der pfarrherr, ein fast beuwrischer und ungelehrter rültz, sahe umb sich [...].
Sachs (
Nürnb.
1524
):
O, ir groben rültzen, ewer hertz sölt sich frewen [...], wo ir unwissende lewt uberkempt, daß ir in das wort gottes [...] mittaylet.
Sudhoff, Paracelsus (
1530
):
du bist bei got ein narr, het schier gesagt ein rulz auch.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
der ambtman, der den kogen nochdann zerschniten, muest [...] als ain grober filz und rülz [...] vom disch weichen.